19. Dezember 2018, 17:49 Uhr

Schausteller

Schausteller zu Vorwürfen: »Der Name Walldorf leidet«

Schausteller Andreas Walldorf äußert sich im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung über Vorwürfe, die ihn betreffen. Dabei nimmt er auch das Stadtmarketing in Schutz.
19. Dezember 2018, 17:49 Uhr
Unternehmer Andreas Walldorf sorgt sich um den Ruf des Familiennamen, der weit über Gießen hinaus mit dem Schausteller-Gewerbe verbunden ist. (Foto: Schepp)

»Familienzoff zum Weihnachtsmarkt«: Anfang Dezember vergangenen Jahres war das die Schlagzeile über einem Artikel, in dem erstmals über den Zwist innerhalb der Gießener Schausteller-Dynastie Walldorf berichtet wurde. Richtig ruhig wurde es seitdem nie. Im Gegenteil hat die Auseinandersetzung der beiden früheren Geschäftspartner Andreas und Patrick Walldorf längst auf die Stadtpolitik und insbesondere die Debatte um die Zukunft des Stadtmarketings übergegriffen. Für Andreas Walldorf ist nun eine Schmerzgrenze erreicht. »Der Name Walldorf leidet«, sagt er im Gespräch mit der GAZ.

Für Andreas Walldorf ist der Konflikt nach wie vor eine reine Privatsache zwischen ihm und seinem Cousin. Früher hatten beide in der A. und P. Walldorf GmbH gemeinsam Geschäfte gemacht, aber dann kam es im Herbst 2017 zum großen Knall; die Gesellschaft meldete Insolvenz an, die Nachwehen werden wohl noch die Gerichte beschäftigen.

Seitdem sei sein Cousin Patrick in Gießen unterwegs und stelle ihn als Unternehmer hin, der um des wirtschaftlichen Vorteils Willen mit Politik und Stadtmarketinggesellschaft mauschele. Tatsächlich sei das zuende gehende Jahr für ihn als Schausteller »sehr schwer« gewesen, weil er in Gießen durch Entscheidungen der Stadtmarketing-Gesellschaft Verträge verloren habe, erklärt A. Walldorf. Dass es in Gießen bei Märkten und Volksfesten – anders als in anderen Städten – nun keine Generalpachtverträge mehr gebe und er bereits einige Standplätze verloren habe, führt A. Walldorf auch auf die öffentliche Debatte zurück. Auch sei er nicht mehr Marktmeister bei den Messen an der Ringallee. Den stelle das Stadtmarketing nun selbst. Von daher sei es Unsinn zu behaupten, er und die Marketing-Gesellschaft steckten unter einer Decke.

Dass ihm die Gesellschaft im Vorfeld des letzten Stadtfests Bilder für seine Bewerbung um die Katharinenplatz-Bühne überlassen habe, sei dem Umstand geschuldet gewesen, dass erstmals eine Richtlinie gegolten habe. Laut der mussten der Bewerbung Lichtbilder beigefügt werden. »Auf die Homepage der A. und P. Walldorf GmbH hatte ich keinen Zugriff mehr und technische Probleme, woanders die Bilder aus dem Internet runterzuladen. Dabei hat uns das Stadtmarketing geholfen. Das war alles«, erklärt Walldorf.

 

Hohe Kosten beim Stadtfest

Geschäftführer Tilman Bucher habe auch zugesagt, dass man allen Bewerbern um einen Standplatz im ersten Jahr bei der Umsetzung der neuen Richtlinie helfen werde. Daraus eine Sonderbehandlung und Mauschelei zu machen, sei »Kinderkram«.

Auch das in der Öffentlichkeit verbreitete Bild vom Monopolisten und Generalpächter, der mit Untervermietungen und Zuschüssen Reibach mache, sei falsch. »Als Generalpächter habe ich an den Unterverpachtungen nichts verdient«, beteuert A. Walldorf und verteidigt auch den Zuschuss des Stadtmarketings für den Betrieb der Stadtfest-Bühne auf dem Katharinenplatz. »Wenn der Freitag- oder Samstagabend beim Stadtfest verregnet ist, dann braucht man diesen Zuschuss, um nicht heftig in die roten Zahlen zu rutschen«, erläutert Walldorf. Die Kosten für Bands, Bedienungen und Ware beliefen sich für die drei Tage auf zusammen mindestens 50 000 Euro. »Die muss man erst einmal verdienen«, sagt A. Walldorf.

Ich missbrauche meine Ämter in Vereinen und Politik nicht

Andreas Walldorf

Zu seinem vielseitigen Engagement in der Wirtschaft, in Vereinen und Politik bekennt er sich ausdrücklich. »Wie mein Vater bin ich in Gießen verwurzelt. Natürlich nutze ich – wie jeder Unternehmer – mein Netzwerk, aber ich missbrauche meine Ämter in Vereinen und Politik nicht, um einen wirtschaftlichen Vorteil zu erzielen«, betont A. Walldorf, der bekanntlich für die SPD im Stadtparlament sitzt. Er könne zwischen den Funktionen trennen. »Als Vorsitzender des BID-Vereins Katharinenviertel vertrete ich in der Gesellschafterversammlung der Gießen Stadtmarketing GmbH die Interessen des Vereins und nicht meine persönlichen als Schausteller«, fügt er hinzu.

An seinen Cousin Patrick appelliert er, den Konflikt nicht weiter in die Öffentlichkeit zu tragen und vor allem nicht Unbeteiligte wie die Kommunalpolitiker und die Mitarbeiter des Stadtmarketings hineinzuziehen. »Er sollte sich klarmachen, dass es in der ganzen Geschichte nur zwei Hauptverlierer gibt: Das sind er und ich.«

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