17. Oktober 2019, 21:53 Uhr

Rödgen schluckt »notwendige Kröte«

17. Oktober 2019, 21:53 Uhr
Das Baugebiet »In der Roos« in Rödgen hat eine konfliktreiche Vorgeschichte. (Foto: Schepp)

Selten hat eine Sitzung des Ortsbeirats Rödgen so kurz gedauert wie diejenige am Mittwochabend. Keine 15 Minuten brauchten die Bürgervertreter, bis sie den einzigen inhaltlichen Punkt auf ihrer Tagesordnung abgehakt hatten. Dabei handelte es sich nicht etwa um eine Petitesse. Im Gegenteil: Bei einer Enthaltung votierte das Gremium geschlossen für den seit Jahren diskutierten Bebauungsplan »In der Roos«. Die Wortmeldungen machten deutlich, dass es den Politikern letztlich um mehr ging als um den vorliegenden Satzungsbeschluss.

Sollte die viel beschworene »grüne Lunge« des Ortsteils demnächst bebaut werden, sei das »grundsätzlich zu begrüßen«, erklärte zum Beispiel Peter Ruhwedel (Freie Wähler). »Wenngleich damit noch keineswegs Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist.« Schließlich sei das Areal mit seinen 33 Bauplätzen »viel zu klein dimensioniert«. Den seit Jahren beklagten Bevölkerungsschwund samt all der häufig diskutierten Folgen für das Dorfleben könne es jedenfalls nicht ausgleichen. Weil das Gesetz bei jeder Ausweisung neuer Baugebiete zunächst die »innerörtliche Verdichtung« vorsieht, ehe ein Stadtteil nach außen expandieren darf, ist die Planung »In der Roos« aber aus Sicht des Ortsbeirats ein unverzichtbarer Anfang.

»Weiteres Baugebiet muss folgen«

In diesem Sinne forderte Christoph Thiel (CDU) den »Blick über den Tellerrand«. Perspektivisch müsse ein weiteres Baugebiet im Außenbereich Rödgens folgen, betonte er. Jürgen Becker (SPD) schlug in dieselbe Kerbe: Die Sozialdemokraten seien mit dem Konzept »relativ zufrieden«. Bis zum Status quo habe es freilich lange gedauert, unkte Becker. Die ältesten Überlegungen zum Wohnen »In der Roos« stammten von 1974.

Auch Bürgermeister Peter Neidel (CDU) bewarb das Vorhaben, indem er mittel- und langfristige Perspektiven aufzeigte. Der Plan sei nötig, »um für Rödgen Fortschritte zu erzielen«. Außerdem wolle man damit »im nächsten Schritt andere Entwicklungen anstoßen«. Ruhwedel zitierte Dietlind Grabe-Bolz (SPD).

»Diese Kröte müssen die Rödgener schlucken«, hatte die Oberbürgermeisterin während der öffentlichen Präsentation des B-Plans gesagt - und damit auf die Gleichzeitigkeit von Protesten gegen »In der Roos« sowie dem Ruf nach einer baldigen Expansion Rödgens abgestellt. »Es ist eine notwendige Kröte«, ergänzte Neidel jetzt. Die breite Unterstützung im Ortsbeirat stimme ihn ohnehin zuversichtlich. Zumal er sich erinnere, dass die Gemütslage der Bürgervertreter Ende 2016, beim bisher letzten Aufschlag für eine konkrete Planung, »noch vollkommen anders gewesen« sei. Dem Stadtparlament liegt der Bebauungsplan in der Sitzung am 14. November zur Abstimmung vor.

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