03. September 2019, 06:00 Uhr

Leerstand

Ringel-Villa erwacht aus Dornröschenschlaf

Der Eigentümer will das Gründerzeitgebäude an der Westanlage sanieren und elf Wohungen schaffen. Für die Stadt Gießen ist das eine »sehr erfreuliche Entwicklung«.
03. September 2019, 06:00 Uhr
Die Ringel-Villa an der Westanlage soll saniert werden. (Foto: Schepp)

Eine gute Nachricht kommt zu Wochenbeginn aus der Innenstadt: Die seit über 20 Jahren leerstehende Ringel-Villa an der Westanlage wird saniert, am Montag war mit der Einrüstung begonnen worden. Eigentümer Karim Shobeiri will das Gebäude aus der Gründerzeit in den nächsten Monaten sanieren und elf Wohnungen schaffen. »Das wird ein reines Wohngebäude und ein wunderbares Haus«, sagte Shobeiri am Montag auf Anfrage.

Das unter Denkmalschutz stehende Haus war vor über 20 Jahren von den Shobeiris erworben worden und sollte eigentlich in das damals projektierte Hotelprojekt, das zur Gastronomie Alt Gießen gehört, integriert werden, aber daraus wurde nichts. Seitdem stand die klassizistische Villa und das nicht unter Denkmalschutz stehende und zum Haarlem-Komplex gehörende Nachbargebäude leer. Den Namen hat das 1881 vom Unternehmer August Zöckler errichtete Haus von seinem letzten Nutzer, dem bekannten Gießener Rechtsanwalt Klaus Ringel, der dort seine Kanzlei hatte.

Die Stadt bestätigte die Neuigkeit und spricht von einer »sehr erfreulichen Entwicklung«. Es liege ein Bauantrag vor und es gebe eine enge Kooperation des Eigentümers mit der Unteren Denkmalbehörde sowie dem Landesamt für Denkmalpflege. »Die Fassadensanierung ist denkmalschutzrechtlich bereits genehmigt«, erklärte Magistratssprecherin Claudia Boje.

Zwischen Bahnhofstraße und Westanlage tut sich derzeit viel. Das Haarlem-Gelände will der Gießener Unternehmer Kai Laumann neu ordnen und unter anderem mit einem Hotel bebauen, nebenan in der Schanzenstraße entsteht eine Wohnanlage, außerdem haben sich Karim Shobeiri und die Stadt nach langem Ringen auf eine Bebauung des Samen-Hahn-Grundstücks geeinigt. Spätestens bis Frühjahr kommenden Jahres will der Eigentümer einen Bauantrag einreichen. Im Juni schlossen beide Seiten einen städtebaulichen Vertrag ab. Die Trennung von der Alten Post war für Shobeiri wohl so etwas wie ein Befreiungsschlag. »Ich bin jetzt frei, das zu tun«, sagte er zu seinem Sanierungsvorhaben mit der Ringel-Villa.

Auch auf der anderen Seite der Schanzenstraße erfährt das Quartier eine Aufwertung. Die Wohnbau hat das Gebäudes des Suchthilfezentrum saniert und drei attraktive Wohnungen unter dem Dach wieder bewohnbar gemacht. Zudem werden die Außenanlagen des Wohnkomplexes über der Tiefgarage Schanzenstraße runderneuert. Es ist unübersehbar, dass die Ausweisung des Stadtsanierungsgebiets Schanzenstraße/Mühlstraße vor über zehn Jahren dem Quartier einen Schub gegeben hat.

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