12. Januar 2010, 22:02 Uhr

Rausch sorgt für Nachschub an Großbaustellen

Gießen (mö). Wirtschaftskrise hin oder her: In Gießen wird es auch in diesem Jahr keinen Großbaustellen-Stopp geben.
12. Januar 2010, 22:02 Uhr
Nur eine Baumaßnahme, die ansteht: Der provisorisch asphaltierte Kreuzplatz soll in den nächsten Wochen umgestaltet und an den bereits fertiggestellten Teil der Fußgängerzone (l.) angeschlossen werden. (Foto: Schepp)

Gießen (mö). Wirtschaftskrise hin oder her: In Gießen wird es auch in diesem Jahr keinen Großbaustellen-Stopp geben. Bereits im ersten Quartal 2010 wird Bau- und Planungsdezernent Thomas Rausch mit dem Umbau der Licher Straße und dem zweiten Abschnitt der Umgestaltung der Fußgängerzone weitere Großprojekte auf die Reise schicken. Hinzu kommen das private Bauvorhaben Großkino am Berliner Platz und die diversen Projekte im Zuge der Umsetzung der Konjunkturprogramme. Diesbezüglich habe die Stadt noch vor Weihnachten Aufträge in einer Größenordnung von 14,3 Millionen Euro vergeben, bilanzierte Rausch gestern bei seiner traditionellen Rück- und Ausblick-Pressekonferenz.

»Hinter uns liegt ein erfolgreiches Jahr 2009«, blickte Rausch zunächst zurück auf zwölf Monate, in denen die Stadtverwaltung ihr neues Rathaus bezog, in denen die nördliche Fußgängerzone ein neues Gesicht erhielt und das Kinoprojekt durch eine Umplanung deutlich an Akzeptanz gewonnen hat. Was die Zwei-Gebäude-Lösung unter Einbeziehung der Fachhochschule betrifft, freute sich Rausch über »das Placet der OB« zu diesem »innovativen Projekt«. Überhaupt scheint sich die Zusammenarbeit der neuen SPD-Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz mit dem CDU-Stadtrat gut zu entwickeln. Auch über das weitere Vorgehen am Bahnhofsvorplatz habe er mit der OB Einigkeit erzielt, sagte Rausch. Auf der Grundlage einer technischen Planung soll die Bürgerschaft intensiv an der Gestaltung des markanten Platzes beteiligt werden. Den Planungsauftrag für den Bahnhofsvorplatz habe die Stadt soeben an die heimischen Büros Rohrbach+Schmees sowie Zick-Hessler vergeben.

Noch immer unklar ist, was aus der historischen Treppe werden soll, die im alten Jahr von Experten noch einmal intensiv untersucht worden war. Zu dieser Begutachtung gehört laut Rausch auch eine Projektion, die es später erlauben würde, die Treppe entsprechend ihrem ursprünglichen Aufbau exakt zu rekonstruieren, falls sich das Bauwerk als nicht sanierungsfähig erweisen sollte.

Was den Kinobau betrifft, geht Rausch davon aus, dass die notwendige Änderung des Bebauungsplans »Berliner Platz« bis März durch das Parlament abgeschlossen sein wird und danach mit Abriss, Ausschachtung und Bodensanierung begonnen werden kann.

Ebenfalls spätestens im März wird es mit dem Umbau der Fußgängerzone im Bereich Löwengasse/Katharinengasse weitergehen, wobei Rücksicht auf die Belange der Händlerschaft und insbesondere das Warenhauses Kaufhof genommen werden soll, dessen Zugänglichkeit bereits im vergangenen Jahr durch Baustellen beeinträchtigt war. Was die Gestaltung betrifft, sieht sich Rausch durch die Stimmen zur Optik des bereits umgestalteten Teils bestätigt. »Das war das erste Projekt, bei dem es keine Kritik gab«, bilanzierte Rausch, der ferner Restarbeiten am Kreuzplatz ankündigte. Aufgrund eines Kanalschadens konnte dieser Bereich, der als Besonderheit ein Bodenornament erhält, das die Grenzen der historischen Bebauung vor 1944 abbilden wird, noch nicht umgestaltet werden. Ebenfalls zum Bauprogramm 2010 gehört die Umgestaltung der Bahnhofstraße zwischen Schanzenstraße und Westanlage.

Lobende Worte fand der Fachdezernent für die Hochbau- und Tiefbauverwaltung der Stadt, die im vergangenen Jahr beim Thema Konjunkturprogramme einen »Kraftakt« bewältigt habe. Mit den 14,3 Millionen Euro sei bereits über die Hälfte des Gesamtvolumens (25 Millionen Euro ohne Schulbaupauschale) vergeben worden. Neben der Licher Straße fielen darunter Neu- und Umbauten sowie Sanierungen in der Helmut-von-Bracken-Schule, der Goetheschule, der Herderschule, der Theodor-Litt-Schule, der Friedrich-Feld- und Friedrich-Ebert-Schule, der Aliceschule, am Sportgelände Miller Hall, an der Sporthalle Lützellinden sowie den Sozialeinrichtungen an der Margaretenhütte und in der Weststadt.

Auch die Renaturierung der Wieseck zwischen Berliner Platz und Moltkestraße sowie das Deichbauwerk im Westen der Stadt, dessen Freizeitwert die Gießener im Sommer entdeckt hätten, sind für Rausch »Bereicherungen«.

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