13. März 2018, 15:51 Uhr

Raser- und Poserszene

Raser- und Poserszene: Stadt kündigt verstärkte Geschwindigkeitsmessungen an

Die Gießener Neustadt und die Bahnhofstraße sind als Raserstrecken bekannt. Auch die Stadt Gießen meldet Hinweise auf PS-starke Autos mit heulenden Motoren. Sie kündigt Konsequenzen an.
13. März 2018, 15:51 Uhr
Stefan_Schaal
Von Stefan Schaal
In der Neustadt sind nur 20 km/h erlaubt. Anwohner beobachten immer wieder auch Raser, die wesentlich schneller durch die Straße brettern.(Foto: srs)

Anwohner mahnen seit Jahren eine »Autoposer-Szene« in Gießen an. Ein Treffpunkt seien unter anderem die Neustadt und der Pfarrgarten. Nun kündigt die Stadt Gießen an, auch in der Neustadt und in der Bahnhofstraße verstärkt  Geschwindigkeitsmessungen »in unregelmäßigen Abständen« durchzuführen.

 

Vereinzelte Hinweise auf PS-starke Autos und heulende Motoren

»Durch die bevorstehende Anschaffung einer neuen Technik werden mobile Geschwindigkeitskontrollen zukünftig noch besser möglich sein«, erklärt die Stadt. Stadtrat Peter Neidel habe zudem angeordnet, dass mobile Geschwindigkeitsmessungen zukünftig auch außerhalb der üblichen Dienstzeiten erfolgen sollen. Die Ordnungspolizei prüfe derzeit, wie dies umgesetzt werden kann. Die »Autoposer-Szene« trifft sich Anwohnern zufolge vor allem in den Abendstunden.



Claudia Boje, Pressesprecherin der Stadt, bestätigt, es habe in der Vergangenheit vereinzelte Hinweise gegeben, »dass PS-starke Fahrzeuge die Neustadt und die Bahnhofstraße mit heulenden Motoren befahren haben«. Dass die Höchstgeschwindigkeit in den genannten Bereichen überschritten werde, könne nur vermutet werden. »Die Schilderungen legen dies nahe. Die Fußstreifen der Ordnungspolizei bestätigten diese Hinweise, ohne dass diese in einer großen Häufigkeit festgestellt werden konnten.«

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In den vergangenen Monaten seien zu der Thematik allerdings keine Hinweise bei der Ordnungspolizei eingegangen.

 

Polizei bestätigt Probleme

In der Neustadt sind nur 20 km/h erlaubt. Anwohner beobachten immer wieder Raser, die wesentlich schneller durch die Straße brettern. Der Unfall vor knapp zwei Wochen an der Westanlage, bei dem ein 12-jähriger Junge verletzt wurde, soll nach einem illegalen Rennen geschehen sein.»Den Porsche Cayenne und andere habe ich eine halbe Stunde vor dem Unfall bei uns vor dem Neustädter Tor gesehen«, berichtet Anwohner Marcus Helgert gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung. »Die Fahrer - alle junge Männer - haben mit ihren Autos geprotzt, haben ihre Motoren aufheulen lassen«, sagt er. »Dann sind sie mit quietschenden Reifen losgefahren.«

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Auch die Polizei bestätigt, in der Neustadt gebe es Probleme mit einer »Autoposer-Szene«. Aufheulende Motoren mit Sportwagen und »Macho-Gehabe« stelle man immer wieder fest, erklärt Polizeisprecher Jörg Reinemer. »Das sind bisweilen Ordnungswidrigkeiten.« Einen Zusammenhang zwischen den Posern und Rasern könne die Polizei nicht ausschließen.



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