19. August 2017, 09:00 Uhr

Landgericht

Randale-Schüler muss 20 000 Euro zahlen

Die Randale an der Brüder-Grimm-Schule am Abend des 5. Juli 2014 kommt einen der beteiligten Jugendlichen teuer zu stehen.
19. August 2017, 09:00 Uhr
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Von Burkhard Möller
Hier flogen Steine: Der »Tatort« an der Brüder-Grimm-Schule. (Foto: Schepp)

Das Landgericht verurteilte den jungen Mann am Freitag zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von fast 20 000 Euro und gab damit einer Klage der Stadt Gießen weitgehend statt. Zwei weitere Beklagte müssen kleinere Beträge um die 150 Euro zahlen.

Bei dem Vorfall im Sommer vor drei Jahren war aus einer Clique von zehn Jugendlichen, die meisten selbst Schüler der BGS, im Bereich der neuen Mensa randaliert worden. 15 Fensterscheiben wurden eingeworfen, einige der Jugendlichen stiegen ins Gebäude ein und entleerten zwei Feuerlöscher im Außenbereich. Sachschaden: über 20 000 Euro. Drei Jungs wurden von der Stadt auf Grundlage der polizeilichen Vernehmungsprotokolle aufgefordert, den von ihnen angerichteten Schaden zu begleichen. Gegen die entsprechenden Mahnbescheide legten die drei Jugendlichen Widerspruch ein, worauf die Stadt ein Klageverfahren einleitete.

Hauptschaden durch Steinwürfe

Einzelrichter Dr. Dominik Balzer sagte bei der Verkündung der Entscheidung am Freitag, dass für ihn letztlich die Aussage des Haupttäters gegenüber der Polizei ausschlaggebend gewesen sei. Von der habe sich der Beklagte zwar später mit Hinweis auf seine Trunkenheit distanziert, aber die Angaben seien »sehr detailliert« und mithin glaubhaft gewesen. Auf dieser Grundlage kam Balzer zur Überzeugung, dass dieser Jugendliche derjenige war, der die Steine durch die neue Glasfassade der Mensa geschleudert hatte und dabei den Hauptschaden anrichtete. Seine Versuche, die beiden Mitbeklagten als Steinewerfer zu belasten, seien dagegen wenig glaubhaft gewesen. Die beiden anderen Jungs verurteilte Balzer zur Zahlung der geringeren Beträge für die Zweckentfremdung der Feuerlöscher.

Spannungen in Jugendclique

An dem Abend im Juli 2014 hatten sich die Jugendlichen aus dem nahen Rewe-Markt Apfelwein-Cola-Mixgetränke geholt und auf dem Platz vor der Mensa niedergelassen, später eskalierte die Party. Die anschließende Aufarbeitung der Vorgänge durch die Polizei führte innerhalb der Clique zu erheblichen Spannungen. Bei der ersten Verhandlung im September sagte eine 17-jährige Schülerin aus, ihr sei vom Hauptbeklagten mit Konsequenzen gedroht worden, falls sie ihn belaste. Auch andere Zeuginnen wirkten verunsichert und verängstigt. Bei der Schulleitung sollen sich einige der Beteiligten zudem gegenseitig angeschwärzt haben.

Die Randale hatte zunächst auch zu einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft geführt, dies wurde dann aber gegen die Ableistung von Arbeitsstunden eingestellt.



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