06. September 2017, 11:00 Uhr

Freiwilliger Polizeidienst

»Qualifizierte Zeugen« in Uniform

Vier Kommunen teilen sich 27 Polizeihelfer. Sie sollen »Präsenz zeigen, beobachten, melden« – und nichts riskieren.
06. September 2017, 11:00 Uhr
27 Frauen und Männer in vier Kommunen tragen das Abzeichen des Freiwilligen Polizeidienstes. (Foto: Schepp)

Einen Hundehalter darum bitten, sein Tier anzuleinen oder einen Radfahrer aufzufordern, in der Fußgängerzone abzusteigen, kann schon mal zu einer heftigen und deftigen Anwort führen. »Das passiert, aber überwiegend reagieren die Bürger positiv auf uns«, sagt Hans-Jochen Krauß. Der Dutenhofener schiebt seit Dezember 2016 Dienst in Gießen – als Freiwilliger Polizeihelfer. Er und seine Kollegin Monika Riess sind zwei von 27 Bürgerpolizisten, die sich die Städte Gießen, Linden und Hungen sowie die Gemeinde Heuchelheim teilen. Am Mittwoch gab’s für diese interkommunale Zusammenarbeit Geld aus Wiesbaden.

 

Zusammenarbeit wird belohnt

 

Claus Spandau, langjähriger Laubacher Bürgermeister und seit 2009 Leiter des Kompetenzzentrums für interkommunale Zusammenarbeit beim Hessischen Innenministerium, war eigens ins Gießener Rathaus gekommen, um den Bewilligungsbescheid in Höhe von 25 000 Euro zu überreichen.

Mit dabei neben Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Ordnungsdezernent Peter Neidel: Jörg König und Rainer Wengorsch, die Verwaltungschefs aus Linden und Hungen, Polizeipräsident Bernd Paul, der fürs Stadtgebiet zuständige Polizeidirektor Siegfried Schulz sowie Rolf Scholz, der für die Ausbildung der Freiwilligen Polizeihelfer zuständig ist, sowie die Spitzen von Ordnungsamt und Ordnungspolizei.

Nach der Reaktivierung des freiwilligen Polizeidiensts durch die Stadt gehen seit Dezember 14 Frauen und Männer in Gießen auf Streife, die seitdem schon über 2100 Einsatzstunden absolvierten. Weitere 13 waren bereits vorher in den drei anderen Kommunen eingesetzt. »Unsere Zusammenarbeit hat den großen Vorteil, dass wir jetzt aus einem größeren Pool schöpfen können«, erklärte Stadtrat Neidel.

»Wichtiger Baustein« für Sicherheit

 

Polizeipräsident Bernd Paul umriss das Aufgabenspektrum der Freiwiligen, deren Dienst mit sieben Euro pro Stunde von der Stadt entschädigt wird, mit der Formel: »Präsenz zeigen, beobachten, melden.« Sie seien damit ein »wichtiger Baustein« für mehr Sicherheit in der Stadt und würden auch von den »richtigen« Polizisten anerkannt. »Ich spreche immer von qualifizierten Zeugen«, fügte Polizeidirektor Schulz hinzu. Es sei nicht die Aufgabe der Freiwilligen, »sich in Konflikte zu begeben«. Laut Ausbilder Scholz laufen derzeit weitere Bewerbungsgespräche, denn die Gießener Truppe kann bis auf 20 Helfer aufgestockt werden.

Laut König und Wengorsch sind die uniformierten Frauen und Männer eine wichtige Ergänzung zu den eigenen Kräften der Ordnungsämter. Im Bereich von Freizeitanlagen wie der Grube Fernie oder am Inheidener See sowie bei Festen seien die Streifen gerne gesehen. »Sie steigern das Sicherheitsempfinden der Bürger«, sagte Wengorsch.

Spandau riet dem Gießener Magistrat, auch im Bereich der Ordnungsverwaltung über eine Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden nachzudenken. »Da könnte man mehr machen«. Die in Wettenberg lebende Polizeihelferin Riess wäre wohl dabei: »Mir macht es einfach Spaß, draußen rumzulaufen und nach dem rechten zu sehen«.

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