04. Mai 2012, 20:38 Uhr

Q-Fieber: Jetzt elf kranke Menschen

Gießen (pm). Die Zahl der Menschen mit Q-Fieber ist von sechs auf elf gestiegen. Fünf neue Fälle seien am Freitag durch Meldungen von Laboren bekannt geworden, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises.
04. Mai 2012, 20:38 Uhr
An der Mülldeponie Allendorf lebt die Schafherde derzeit, die Lämmer kommen in der Gerätehalle zur Welt. (Foto: kw)

»Wir sehen einige der Infektionen zwar im Zusammenhang mit der infizierten Schafherde, allerdings deuten die Antikörper der Patienten darauf hin, dass die Ansteckungen allesamt schon Wochen zurückliegen«, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Dirk Oßwald. Die Inkubationszeit liegt im Durchschnitt bei drei Wochen. Die Gefahr weiterer Ansteckungen sei dank der Mitte April schnell eingeleiteten Maßnahmen gering. »Trotzdem nehmen wir die Lage und die Sorgen der Anwohner sehr ernst und tun alles, um eine gesundheitliche Gefährdung noch weiter einzuschränken«, sagt Oßwald.

Derzeit prüfe der Landkreis die Möglichkeit einer Kalk-Ausbringung am Hellberg in Kleinlinden, wo die Schafe zuletzt standen. Oßwald: »Das Einschwemmen möglicher Erreger mit Kalkmilch wird in Fachkreisen diskutiert. Zwar gibt es nur wenige Fürsprecher für dieses aufwändige Verfahren, aber wir sollten es zumindest in Betracht ziehen.« Die Klärung noch offener Fragen dazu, etwa der technischen Umsetzbarkeit, erwartet man bis Mitte nächster Woche.

Für die Unsicherheit der Bürger in Kleinlinden und Allendorf habe man Verständnis. Der Gesundheitsdezernent verweist aber auf die Einschätzung etlicher Fachbehörden, die eine Desinfektion von Freiflächen nicht empfehlen – wie beispielsweise das Robert-Koch-Institut und die Landesministerien – oder sogar ablehnen. Der Kreis habe Anfang der Woche um Rat bei den Behörden gefragt und übereinstimmend zur Antwort bekommen, dass die ergriffenen Maßnahmen richtig und ausreichend seien.

Der aktuellen Forderung des Allendorfer Ortsbeirats nach einer Dekontamination der Fläche auf dem Deponiegelände möchte der Landkreis nachkommen. »Dass die Halle, in der die trächtigen Schafe derzeit ihre Lämmer zur Welt bringen, nach der Ablammsaison gründlich desinfiziert wird, ist selbstverständlich«, meint Oßwald. Geprüft werde, ob zusätzlich eine Behandlung des Deponiegeländes möglich ist. Die Unschädlichmachung des Strohs im Folienstall am Hellberg werde ebenfalls erwogen. Da es windgeschützt lagert, gehe davon aktuell keine Gefahr aus.

Oßwald appelliert erneut an den Schäfer, mit den Behörden weiter zu kooperieren.



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