03. November 2017, 20:13 Uhr

Publikum sitzt mit am Tresen

03. November 2017, 20:13 Uhr
Anne-Elise Minetti spielt die Scheidungsanwältin Helena. (Foto: gl)

Gießen (gl). Wenn am kommenden Donnerstag, 9. November, in der taT-Studiobühne das Zweipersonenstück »Eine Sommernacht« des schottischen Dramatikers David Greig Premiere hat, dann sitzen die Zuschauer quasi mit auf der Bühne. Einen riesigen roten, umlaufenden Tresen hat Bühnen- und Kostümbildner Ralph Zeger entworfen, an dem das Publikum ganz nah am Bühnengeschehen Platz nimmt. »Doch keine Angst, die Zuschauer spielen nicht mit. Sie werden aber von den beiden Schauspielern angespielt«, verrät Regisseur Klaus Hemmerle beim Vorgespräch. Mit den Schauspielern Anne-Elise Minetti und Lukas Goldbach und Produktionsdramaturgin Cornelia von Schwerin hatte der Gastregisseur sein Inszenierungskonzept auch am Donnerstag den »Kostproben«-Besuchern erläutert.

»Eine Sommernacht« ist ein urkomisches und berührendes Stück ein bisschen im Stil von »Trainspotting« über den Mut, den es manchmal braucht, um einen Neuanfang zu wagen. In einer Kellerbar in Edinburgh begegnen sich die Scheidungsanwältin Helena, frustriert wegen einer aussichtslosen Affäre mit einem verheirateten Mann, und der Kleinkriminelle Bob, der gerne Straßenmusiker geworden wäre. Beide sind am Tiefpunkt ihres Lebens und der Alkohol fließt reichlich. Am Ende dieser »Sommernacht« und eines betrunkenen One-Night-Stands wacht Helena in einem vollgekotzten Brautjungfernkleid auf und Bob mit 15 000 Euro in einer Plastiktüte. Gemeinsam begeben sie sich auf Spurensuche und kommen sich näher.

Angereichert ist das Stück mit eigens dafür geschriebener Livemusik von Gordon McIntyre. Und weil das Stadttheater mit Anne-Elise Minetti und Lukas Goldbach zwei Schauspieler im Ensemble hat, die auch musikalisch versiert sind, können sich die Zuschauer auf Livemusik mit Gesang, Akkordeon und Gitarre freuen.

Regisseur Hemmerle ist übrigens in Gießen noch bestens bekannt von seiner Inszenierung von »Hotel Savoy« von Joseph Roth. Bühnenbildner Zeger, mit dem Hemmerle bereits mehrfach zusammengearbeitet hat, gibt sein Debüt am Stadttheater und nutzt mit seinem spektakulären Bühnenbild auch gleich die Möglichkeiten der Studiobühne. Wer übrigens befürchtet, einen wenn auch unterhaltsamen Abend auf einem Barhocker ohne Rückenlehne nicht durchzuhalten, findet am Rand der Szene die üblichen Theaterstühle. Premiere ist am 9. November um 20 Uhr im taT, weitere Vorstellungen folgen am 17. November, 2., 14. und 31. Dezember (Silvester schon um 19 Uhr).

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