26. August 2016, 14:53 Uhr

Prozess um Überfall auf Gießener Juwelier

Gießen (son). Nach dem Raubüberfall auf einen Gießener Juwelier muss sich ein Angeklagter vor dem Landgericht verantworten. Er soll in mindestens vier weiteren Fällen der Drahtzieher sein.
26. August 2016, 14:53 Uhr
Tatort: Das Juweliergeschäft in der Bahnhofstraße. (Foto: Jens Riedel)

Von »hochprofessionellem Vorgehen« und »großer krimineller Energie sprach der ermittelnde Gießener Hauptkommissar am Donnerstag – es ging um den Angeklagten, der sich derzeit vor der zweiten Großen Strafkammer des Gießener Landgerichts wegen eines Raubüberfalls auf einen Gießener Juwelier verantworten muss. Der 29-jährige Litauer gilt als der Organisator von mehreren Raubzügen, die europaweit von einer litauischen Bande ausgeführt wurden.

Ins Visier der Ermittler war der Mann geraten, weil vier im österreichischen Villach festgenommene Litauer den Mann schwer belastet hatten. Einer der Männer, ein 18-Jähriger, hatte bei einer Vernehmung im Beisein des Gießener Kommissars zugegeben, nicht nur in Österreich, sondern auch bei dem Überfall in Gießen dabei gewesen
zu sein. Bei dem Fall in Österreich soll der Gießener Angeklagte übrigens auch auf mehreren Überwachungsvideos zu sehen sein, in denen er in Kontakt mit dem Täter tritt.

»Treibende Kraft«

Der 18-Jährige und seine Mittäter hatten den 29-Jährigen als Drahtzieher und treibende Kraft in mindestens fünf Fällen benannt. »Er hat wohl die jungen Männer in Litauen überzeugt, bei den Raubüberfällen mitzumachen, mit der Hoffnung auf das schnelle Geld«, erklärte der Kommissar. Dabei scheint der Angeklagte der Drahtzieher der Überfälle zu sein: Er kundschaftete die Zielorte aus, buchte die Unterkünfte, stellte Waffen und Werkzeuge bereit, erläuterte der Hauptkommissar. Kurz vor der Tat seien dann von dem Angeklagten die einzelnen Aufgaben an die ausführenden Täter verteilt worden.

»Bei all diesen Aufgaben wurde immer der Name des hier Angeklagten als Organisator genannt«, sagte der Beamte. Der 18-Jährige, der bei dem Überfall in Gießen beteiligt gewesen sein soll, habe nach Aussage des Kommissars ganze 150 Euro »Honorar« für seinen Raub von dem Gießener Angeklagten erhalten.

Beteiligungen bestritten

Aufgrund dieser ganzen belastenden Aussagen war eine Zielfahndung gegen den 29-jährigen Litauer ausgerufen worden.
Daraufhin war er bei seiner in Düsseldorf wohnenden Schwester festgenommen worden. In seinem Wagen sei eine Liste mit Adressen von Juwelieren sowie mehrere Pfefferspraydosen und eine Soft-Air-Pistole gefunden worden. Bei der Vernehmung durch die Polizei habe der Angeklagte bislang jegliche Tatbeteiligungen abgestritten. »Er zeigte sich überhaupt nicht kooperativ«, erklärte der Hauptkommissar vor Gericht. Geständig wollte sich der Angeklagte auch gestern trotz der belastenden Zeugenaussagen gegen ihn nicht zeigen.

Da bereits Haftbefehle in mehreren Ländern gegen den Mann vorliegen, muss er damit rechnen, dass er nach Verbüßung einer möglichen Haftstrafe in Deutschland anschließend in den anderen Ländern vor Gericht kommt und weitere Strafen zu verbüßen haben wird.

Die Verhandlung wird am 13. September fortgesetzt.

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