20. August 2018, 21:56 Uhr

Projekt will Versorgung Schwerstkranker verbessern

20. August 2018, 21:56 Uhr

Gießen (pm). Seine letzte Lebensphase sollte jeder Mensch so würdevoll und erträglich wie möglich erleben. Diesem Zweck dient ein soeben gestartetes Projekt, das die Versorgung Sterbender verbessern und gleichzeitig Fragen der Ethik beantworten will. Es wird vom Innovationsfonds mit knapp zwei Millionen Euro für drei Jahre gefördert und soll mittelfristig auf das Bundesgebiet ausgeweitet werden. Die Gesamtprojektsteuerung übernimmt die TransMIT Gesellschaft für Technologietransfer in Gießen. »Es geht darum, für den Sterbenden das Richtige zu tun, und das sind nicht unbedingt all jene Maßnahmen, die medizinisch möglich sind«, sagt Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse BIG , einer der Partner.

Federführung bei TransMIT

Tatsache ist, dass etwa 80 Prozent der Sterbenden in Deutschland ihre letzten Tage in stationären Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Hospizen verbringen. Häufig werden diese Patienten noch in andere Einrichtungen verlegt – eine große Belastung für die Betroffenen. Darüber hinaus werden sie häufig zu lange kurativ – etwa onkologisch oder auch intensivmedizinisch – behandelt, obwohl eine ausschließlich palliative Behandlung das Beste für sie wäre. In den verschiedenen Phasen des Projektes wird zunächst die aktuelle Verlegungspraxis Sterbender durch Repräsentativbefragungen von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Hausärzten und unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstandes erfasst und analysiert. Daraus werden dann Leitlinien zum Verlegungsmanagement für Krankenhäuser und Pflegeheime entwickelt.

Neben dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg sind auch die Gemeinnützige Gesellschaft für Soziale Dienste, die Arbeiterwohlfahrt Gießen, das Deutsche Krankenhausinstitut sowie die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) Partner des Vorhabens.

Doch nicht nur die Lebens- und Versorgungsqualität der Sterbenden soll verbessert werden, sondern auch das Wohlergehen der betroffenen Angehörigen und Familien, betont Kaetsch. Aufgabe der BIG sei es, die vertraglichen Eckpunkte für diese integrierte Versorgung festzuzurren. »Dieser Vertrag soll als Blaupause für andere Regionen dienen«, so Kaetsch. »Die positive Entscheidung des Innovationsausschusses ist ein großer Erfolg für die Versorgungsforschung in der mittelhessischen Region«, sagt Prof. Wolfgang George, Leiter des TransMIT-Projektbereichs für Versorgungsforschung und verantwortlich für die inhaltliche Projektkoordination.

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