19. Januar 2011, 21:48 Uhr

Philosophika: Neubauten und Sanierung ab 2014

Gießen (si). Die Justus-Liebig-Universität hat die Weichen für eine grundlegende Sanierung und Teilerneuerung ihres kultur- und geisteswissenschaftlichen Campus in der Karl-Glöckner-/Otto-Behaghel-Straße gestellt.
19. Januar 2011, 21:48 Uhr
Bis zum Gießener Ring (rechts) reicht der kultur- und sozialwissenschaftliche Campus, rund 10 000 Studierende und Bedienstete sind hier zu Hause. Zwischen den Hochhäusern des Philosophikums I (links) und den Pavillons des Philosophikums II verläuft die Rathenaustraße. (Foto: Henß)

Der städtebauliche Wettbewerb, der über die Rahmenplanungen entscheidet, soll im März europaweit ausgeschrieben werden, die Preisvergabe ist für August vorgesehen. Die ersten Baumaßnahmen könnten dann im Jahre 2014 beginnen. Das berichteten die Hochschulleitung und an den Planungen beteiligte Fachleute am Mittwochmorgen bei einer Informationsveranstaltung im Audimax, die sich direkt an die weit über 10 000 Studierenden und Bediensteten richtete, die an den beiden Philosophika zu Hause sind. Sie sollen eng in die weiteren Schritte eingebunden werden - etwa über Befragungen und Workshops, sagte JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee vor rund 200 Zuhörern, die das Gesprächsangebot angenommen hatten.

Die hessische Landesregierung hatte im vergangenen August grünes Licht für den städtebaulichen Wettbewerb gegeben, nachdem mehrere Gutachten den teils miserablen Zustand der rund 40 Jahre alten Gebäude bestätigt hatten (die Allgemeine Zeitung berichtete). Insgesamt 135 Millionen Euro sollen dort bis 2020 investiert werden, bekräftigte Mukherjee am Mittwoch - das Geld kommt aus dem Hochschulbausonderprogramm »Heureka«. Zeitweilig war sogar ein Totalabriss der Gebäude diskutiert worden. Seit dem letzten Jahr ist jedoch klar, dass ein »Mix« aus Sanierung und Neubauten in Frage kommt.

Das Ende der 60er Jahre bezogene Philosophikum II ist insgesamt in einem etwas besseren baulichen Zustand. Die maximal dreigeschossigen, freistehenden Bauten eigneten sich eher für die Sanierung, die bei laufendem Lehrbetrieb stattfinden müsse, sagte der Präsident. In den ineinander verschachtelten Hochhäusern des Philosophikum I seien »die Funktionalität und die Substanz schlechter«, obwohl es erst später fertiggestellt wurde (Nutzung ab 1971).

Welche Gebäude genau abgerissen, welche saniert und welche neu gebaut werden, wird erst im Laufe der Feinplanungen entschieden. Als sicher gilt, dass die erst Anfang der 80er Jahre errichtete Zentralbibliothek mindestens bis 2020 erhalten bleibt, allerdings schon in der ersten Bauphase einen Anbau erhält. Auch eine neue Mensa steht in der Prioritätenliste ganz oben, für sie kommt eine Freifläche im Bereich Alter Steinbacher Weg/Rathenaustraße in Betracht. Als gesetzt gilt außerdem ein neues Lehr- und Seminargebäude, hier könnte der Spatenstich ebenfalls schon 2014/15 erfolgen. Ab 2017/18 sollen weitere Neubauten folgen. Mukherjee bekräftigte in dem Zusammenhang, dass dann auch das Audimax saniert werden soll.

Klar ist schon, dass bis 2020 nicht alle Maßnahmen abgeschlossen werden können - und dass die bereitgestellten Heureka-Mittel bei weitem nicht ausreichen. Das gesamten Investitionsvolumen auf dem Gelände bezifferte der Präsident auf rund 300 Millionen Euro. Die Hochschule geht davon aus, dass das fehlende Geld aus einem neuen Sonderprogramm des Land kommen wird, das im kommenden Jahrzehnt aufgelegt werden könnte.

Der jetzt vorbereitete Wettbewerb soll ganz grundlegend die Frage beantworten, wie der im Osten der Stadt gelegene Universitätscampus einmal aussehen soll - im weiteren Sinne gehören dazu auch der juristisch-wirtschaftswissenschaftliche Komplex an der Licher Straße sowie die Sportwissenschaften am Kugelberg. Das berührt nicht nur die Hochschule. So gibt es Verkehrsüberlegungen, die das gesamte Viertel beeinflussen würden. Die Universität wünscht sich beispielsweise eine grundlegende Neugestaltung der Rathenaustraße, die bislang das Philosophikum I und II voneinander trennt. Deshalb ist die Stadt Gießen eng in die weiteren Planungen eingebunden, sie gehört auch dem Preisgericht des Wettbewerbs an.

Die Hochschulmitglieder können sich auf verschiedenen Wegen beteiligen. So läuft seit gestern eine Befragung - online und schriftlich -, bei der ihre Wünsche oder Ideen gefragt sind. Die Universität erhofft sich darüber auch Informationen zum Ist-Zustand, etwa, welche Institute untereinander besonders engen Kontakt haben. Nach Angaben des Heureka-Beauftragten Guido Eisfeller sind außerdem Workshops geplant, die ersten starten in der kommenden Woche.

Kontakt mit der Universität aufnehmen kann man auch über eine eigens dafür eingerichtete E-Mail-Adresse: campusentwicklung.philosophikum@admin.uni-giessen.de.

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