09. Mai 2019, 22:06 Uhr

Personalmangel bereitet Probleme

09. Mai 2019, 22:06 Uhr
Vielsprachige Begrüßung in der städtischen Ausländerbehörde. (Foto: Schepp)

Das mit wartenden Menschen überfüllte Atrium im Rathaus prägte bis vor gut einem Jahr das Bild von der städtischen Ausländerbehörde. Die langen Schlangen sind verschwunden, nachdem die Stadt zum 1. April vergangenen Jahres die offenen Sprechstunden abschaffte und die Vergabe von Terminen auf ein Online-System umstellte. Nach einem Jahr laufe zwar »noch nicht alles rund, aber wenn wir sehen, wo wir herkommen, halten wir das für den richtigen Weg«, erklärte die für die Ausländerbehörde zuständige Stadträtin Astrid Eibelshäuser am Mittwoch in einer ersten Zwischenbilanz.

10 000 Termine hat die Behörde mittels dem neuen System im vergangenen Jahr vergeben, in diesem Jahr sind es bereits 3000. Nicht eingerechnet sind dabei »Notfälle«, wenn ein Ausländer kurzfristig ein wichtiges Papier braucht. Laut der von Eibelshäuser vorgelegten Statistik bewegten sich die Wartezeiten, die dann vor Ort im Rathaus noch anfallen, zwischen gut fünf Minuten bis zu einer knappen halben Stunde.

Beschwerden indes gibt es weiter über die Zeitdauer, bis der Termin im Rathaus zustande kommt. Von monatelangen Wartezeiten berichten Betroffene. Als das System eingeführt wurde, wurde das Ziel ausgegeben, dass jeder Kunde - besagte Notfälle ausgenommen - innerhalb von 30 bis 40 Tagen einen Termin bekommen soll.

Dass das nicht immer klappt, liege weniger an dem Online-Buchungssystem, sondern vielmehr an einem Personalengpass in der Behörde, erläutert Abteilungsleichter Gerald Menche, der von einem »Fachkräftemangel« auch in seinem Bereich spricht. Mitarbeiter seien zu anderen Behörden gewechselt, zudem gebe es einige Langzeiterkrankte. Von den im Haushaltsplan der Stadt ausgewiesenen Stellen seien derzeit nur 50 Prozent besetzt. Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter laufe, dauere aber über ein halbes Jahr. Und das vor dem Hintergrund ständig steigender Zahlen beim Zuzug. Allein bis zu 600 ausländische Studenten kommen als Klienten jedes Jahr hinzu, insgesamt sei die städtische Behörde für rund 15 500 nichtdeutsche Gießener zuständig, erklärten Menche und die für die Statistik zuständige Mitarbeiterin Daniela Jahn.

Klemmen tut es auch an der einen oder anderen Stelle noch bei der Online-Buchung, räumt Eibelshäuser ein. So gab es Beschwerden darüber, dass die zu buchenden Termine um Mitternacht freigeschaltet werden. Jetzt soll das auch an drei Tagen in der Woche um die Mittagszeit passieren. Im Grunde seien die Verwaltung und der Dienstleister, der die Software anbietet, von Beginn an und ständig damit beschäftigt, die Online-Buchung zu optimieren. »Was wir jetzt machen, hat mit dem, was wir vor einem Jahr gemacht haben, kaum noch etwas zu tun«, sagt Menche. Dass die Internet-Buchung - die Ausländerbehörde ist das erste Amt der Stadtverwaltung, die so etwas macht - bislang nur in deutscher Sprache angeboten wird, habe bislang noch nicht zu Beschwerden geführt. Dass noch eine Englisch-Version kommt, schloss Eibelshäuser nicht aus.

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