11. August 2013, 21:38 Uhr

Peep Durple spielt auf dem Schiffenberg Deep Purple

Durststrecke vorüber: Die Coverband ist mit Verstärkung zurück und macht auf dem Gießener Hausberg mächtig Laune.
11. August 2013, 21:38 Uhr
Der Schiffenberg bebt: Peep Durple spielen Deep Purple, und sie tun das gut, sehr gut! (Foto: axc)

Der Höhepunkt kommt, wie es sich gehört, kurz vor dem Ende: Die Gießener Coverband Peep Durple hat am Samstagabend schon gute zwei Stunden Deep-Purple-Musik rausgehauen, als das zahlreich auf den Gießener Hausberg gepilgerte Publikum für die anstehende Zugabe ein Vater-Sohn-Duett fordert.

Und so spielen Peep Durple eine der besten Blackmore-Kompositionen, nämlich »Burn«, mit vokaler Unterstützung durch Gerhard Schmieds Junior Michel. Die Söhne und Töchter des Kernpublikums von Deep Purple und Peep Durple kennen ihn vielleicht von »Voice of Germany«.

Stimme jedenfalls hat der 25-Jährige tatsächlich. Beim vokalen Duell mit Ralf Gräbes Gitarre in »Strange kind of woman« hat er schon geglänzt und bei »Child in time« die unfassbaren Höhen, die Ian Gillan seit 20 Jahren nachvollziehbarerweise nicht mehr erreicht, mühelos gemeistert.

Die Ansage »Are you ready to rock?« klingt im Vergleich mit David Coverdales Röhren (noch) viel zu brav, aber gesanglich kann Michel Schmied voll überzeugen – und das kommt vor allem den Songs zugute, in denen sich der bluesig intonierende Coverdale und der soulig-sirenenhafte Glenn Hughes die Vocals teilten.

Allerdings hat Peep Durple mit Gitarrist Gräbe ohnehin einen zweiten Sänger, der seit eh und je für die ganz hohen Töne zuständig ist. Charmant, wie der von der Publikumsforderung offenbar überraschte Vater Schmied nach kurzer Rücksprache auf der Bühne seinem Sohn klar-macht, dass der wie geplant den Leadgesang übernehmen soll. Vater Gerhard ist sichtlich froh, nach anderthalb Jahren krankheitsbedingter Pause wieder auf der Bühne stehen und vor Publikum seine Purple-Leidenschaft ausleben zu können.

Wie die Originale legen Peep Durple mit dem unverkennbaren Schlagzeugintro zu »Highway Star« (Andi Kühr) los und spannen dann einen Bogen von 1968 (»Hush«) über »Stormbringer« (1974) bis zu »Ted the mechanic« (1996). Das selbst von der Originalband schnell wieder aus dem Bühnenreper-toire gestrichene »Never before«, das seinen Reiz aus dem beatlesken mehrstimmigen Gesang bezieht, läuft – möglicherweise durch den Mikrofonmix bedingt – nicht ganz rund.

Nach der Pause legen Peep Durple dann noch ein paar Briketts drauf. Von Deep Purple live nie zu hörende Perlen wie
»Demon’s Eye« oder das verschrobene »Soon forgotten« kommen ebenso satt über die Rampe wie die 1996er-Hymne »Sometimes I feel like screaming« oder der wüste Rocker »Speed King«.

Wie in allen Stücken nehmen sich Peep Durple hier die Freiheit, von den bekannten Versionen abweichende Instrumentalpassagen zu spielen. Das gilt auch für Thilo Eiffs Keyboards in »Smoke on the water« – auch wenn die Band dann wiederum den Schluss der 1972er-Japan-Version genüsslich exakt nachspielt. Bassist Danny Wächter, wie immer im »Alle Bassisten sind…«-T-Shirt und diesmal mit Gitarren-Sonnenbrille und Roger-Glover-1972er-Bart, bekommt das eine oder andere kurze Solo und ist insgesamt sehr präsent abgemischt.

Erst nach mehr als zweieinhalb Stunden tief purpurner Musik – »Mistreated« bildet den krönenden Abschluss – verlassen Peep Durple die Bühne auf dem Schiffenberg endgültig an diesem Abend. Es bleibt zu hoffen, dass bis zum nächsten Mal nicht wieder so viel Zeit vergehen möge. Wer Appetit bekommen hat: Ab Ende Oktober sind Deep Purple – also das Original, oder was davon übrig ist – in Deutschland unterwegs. Axel Cordes

Peep Durple rocken den Schiffenberg

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