07. März 2010, 20:36 Uhr

Ostereiermarkt: Familiäre Atmosphäre wird stets geschätzt

Gießen (son). Leicht gleitet die feine Stahlfeder über das rohe Hühnerei. Filigrane Muster und österliche Verzierungen aus flüssigem Wachs entstehen unter den Händen von Monika Möbus. Die 48-Jährige fertigt Ostereier in der jahrhundertealten Tradition der Wachsbatik an, wie sie im Amöneburger Becken bekannt ist. Zu sehen war diese Kunst beim 23. Ostereiermarkt am Wochenende in der Kongresshalle.
07. März 2010, 20:36 Uhr
Mit österlichen Blumengestecken konnte man sich den Frühling ins Haus holen. (Foto: son)

Gießen (son). Leicht gleitet die feine Stahlfeder über das rohe Hühnerei. Filigrane Muster und österliche Verzierungen aus flüssigem Wachs entstehen unter den Händen von Monika Möbus. Die 48-Jährige fertigt Ostereier in der jahrhundertealten Tradition der Wachsbatik an, wie sie im Amöneburger Becken bekannt ist. Zu sehen war diese Kunst beim 23. Ostereiermarkt am Wochenende in der Kongresshalle.

Seit 21 Jahren gehört Monika Möbus zu den Ausstellerinnen. »Sind die Eier mit Wachs verziert, werden sie mit Batikfarbe eingefärbt und das Wachs anschließend entfernt«, erklärt die Wohratalerin. Die Verzierungen heben sich dann in leuchtendem Weiß ab. Traditionell sind die Eier zudem mit Sprüchen in Sütterlin versehen. Früher wurden die Eier von jungen Mädchen als Geschenke für den Verehrer angefertigt. »Anhand des Spruches auf dem Ei konnte sich der junge Mann entweder Hoffnungen machen oder ihm wurde nahegelegt, seine Bemühungen einzustellen«, erzählt Möbus, die die Maltechnik von ihrer Patentante erlernt hat. Die Muster und Formen wie das Brot- und Wein-Motiv, Herzen, Sterne und Anker haben religiöse Bedeutung. Auch ist jedes Ei mit der aktuellen Jahreszahl versehen. »Viele Kunden sammeln daher die Eier und holen sich bei jedem Gießener Ostereiermarkt ihr Jahresei ab“» sagt Möbus.

Am Stand schräg gegenüber verkauft Wiebke Hammerich aus dem hessischen Ortenberg ihre selbst gemachten österlichen Töpferwaren. Keramikhasen, große Ostereier und tönerne Frühlingsblümchen, bunt glasiert. Auch sie ist schon seit vielen Jahren dabei und schätzt die familiäre Atmosphäre des Marktes, der jedes Jahr von dem Lions-Club Gießen - Justus-von-Liebig ausgerichtet wird. »Schade ist nur, dass die alten Ostermalerinnen hier immer weniger vertreten sind«, meint sie im Hinblick auf einige Stände, die nicht unbedingt österliches Kunsthandwerk präsentieren. Am Stand von Simone Metzler aus Eiershausen ist das meiste selbst gemalt. Die Lahn-Dillerin arbeitet mit Holz und Dekupiersäge und schafft so Osterhasen, Frühlingsblumen und Buchstaben für Veranda und Fensterbank. Kreativ zeigt sich auch Ulrika Dalla-Bona aus Gießen. Die ehemalige Lehrerin bastelt mit Naturmaterialien und bemalt Eier mit der Airbrush-Pistole.

Beschickt wurde der Markt in diesem Jahr von 45 Ausstellern, die meisten stammen aus dem hessischen Raum. Das angebotene Sortiment umfasste neben Ostereiern und Tonwaren, frühlingshafte Blumengestecke, Holzhandwerk und Osterbasteleien, Pralinen, Glaswaren, selbst gemachte Seifen, Honig, Korbwaren, selbst gefärbte Tücher, Bücher, Plüschtiere, Engel und sogar Drachenfiguren. Mit dem Erlös aus den Eintrittsgeldern unterstützt der Lions-Club Musikprojekte von Schulen aus Gießen und dem Kreisgebiet, wie der Präsident Dr. Claude Faubert bei der offiziellen Eröffnung des Marktes im Beisein von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sagte. Die geförderten Schulen - nämlich die IGS Busecker Tal, die Waldschule Daubringen, die Liebigschule, die Gesamtschule Gießen-Ost, die Anna-Freud-Schule in Lich, die Herderschule und die Theo-Koch-Schule - umrahmten das Marktgeschehen am Samstag und Sonntag mit einem musikalischen Programm. Die Anna-Freud-Schule bot zudem für die jungen Marktbesucher österliches Basteln und Kinderschminken an.



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