Stadt Gießen

Ostanlage: ADFC begrüßt ebenerdige Querung

Gießen (pm). Ob die unterirdische Querungen an der Ostanlage durch eine Fußgängerampel ersetzt werden soll, wird in Gießen derzeit verstärkt diskutiert. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Gießen (ADFC) bedauert, dass in der bisherigen öffentlichen Debatte Erkenntnisse aus anderen Städten nicht eingeflossen sind.
02. August 2013, 21:48 Uhr

Sehr viele deutsche Städte hätten in den letzten Jahren ihre Unterführungen durch ebenerdige Querungen ersetzt und dabei stets positive Erfahrungen gemacht, heißt es in einer Pressemitteilung.

ADFC-Vorstandsmitglied Jan Fleischhauer ist daher nach Karlsruhe gereist, wo vor einigen Jahren an der Bundesstraße 10 auch die Frage anstand, wie bei einer bestehenden Unterführung eine barrierefreie Querung eingerichtet werden kann. Trotz der Proteste aus der Bevölkerung wurde die Ampel gebaut. Im Gegensatz zu den Gießener Plänen blieb in Karlsruhe jedoch die alte Unterführung erhalten. Wie der Karlsruher Bürgermeister Obert (FDP) berichtete, fließe der Verkehr mit Ampel bestens und es seien keine Verkehrssicherheitsprobleme entstanden.

Bei einer Besichtigung der Querungsstelle in Karlsruhe war Fleischhauer überrascht, denn innerhalb von zehn Minuten querten rund 50 Radfahrer und Fußgänger die Bundesstraße oberirdisch. Keine einzige Person nutzte jedoch die Unterführung, selbst dann nicht, wenn die Ampel von Grün auf Rot umsprang und die Fußgänger wussten, dass sie nun länger warten müssen. Die Karlsruher Stadtplaner denken nun darüber nach, die Unterführung mangels Nutzung zu schließen, um unsinnige Kosten für deren Betrieb einzusparen. Laut Fleischhauer decken sich die Karlsruher Erfahrungen mit den Ergebnissen aus der Fachliteratur: Danach könne oft nur durch Zäune und andere Hindernisse erreicht werden, dass Fußgänger nicht oberirdisch queren, anstatt die Unterführungen zu nutzen. Der ADFC Gießen begrüßt deshalb, dass der Magistrat nun den Weg für die ebenerdige Querung frei gemacht hat. »Viele deutsche Städte haben diesen Schritt zu mehr Barrierefreiheit und für die Förderung des Rad- und Fußverkehrs schon vor Jahren getan. Es ist gut, dass auch Gießen nun eine Fehlplanung aus Zeiten der autogerechten Stadt zurückbaut«, so Fleischhauer.

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