19. September 2019, 22:02 Uhr

Verkehr im Fokus

Ortsbeirat Rödgen stimmt Otto-Bebauungsplan zu

19. September 2019, 22:02 Uhr
Hier soll das Otto-Logistikzentrum entstehen. (Foto: Schepp)

Ein Thema bereitet noch Kopfzerbrechen. Wo die vom Stadtparlament beschlossene Vorwegweisung entlang der Autobahnen 5, 45 und 485 festgeschrieben ist, wollten die Mitglieder der Ortsbeirats Rödgen am Dienstagabend wissen, als sie bei ihrer Sitzung über den Bebauungsplan »Am Alten Flughafen III« diskutierten. Unter dem Punkt »Verkehrliche Erschließung und Anbindung« fehle er in dem Papier, stellte Jürgen Becker (SPD) fest. Dass vor allem Lastwagen das geplante Otto-Logistikzentrum im ehemaligen US-Depot konsequent über die Autobahnen ansteuern, ist den Bürgervertretern besonders wichtig. Ohne entsprechende Lenkung, fürchten sie, könnten bald viele Lastwagen durch Rödgen donnern.

Für Aufklärung sorgte Stephan Henrichs. Weil die Schilder »weit außerhalb des Stadtgebiets« stehen müssten, seien sie nicht im Bebauungsplan. Letztlich fielen sie in die Zuständigkeit von Hessen Mobil. »Ich gehe aber davon aus, dass der Beschluss umgesetzt wird«, betonte der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamtes. In seinem Referat hatte er zuvor eine Reihe wichtiger Aspekte des aktuellen Konzepts erläutert. Für Rödgen unmittelbar bedeutsam sind in erster Linie die Pläne für die Kreisstraße 22 und den Bahnübergang in der Rödgener Straße. Was eine aus Sicht der Bürgervertreter dringend notwendige Sanierung der K22 betrifft, hätten Stadtvertreter mit Kollegen vom Landkreis gesprochen, berichtete Henrich. Nun sollten »zwei, drei Varianten« geprüft werden; generell verhalte sich der Kreis »eher zurückhaltend«. Ähnliches gilt für die Deutsche Bahn, die in der Rödgener Straße laut Henrich »lieber nichts machen« will.

Bei den Verkehrsprognosen habe sich eine Halbierung der Zahlen ergeben: Sei Ende des Jahres noch von 4056 zusätzlichen Fahrten täglich allein durch das Otto-Zentrum, also von einer »Maximalannahme« (Henrich) die Rede gewesen, gingen die Behörden heute von 2250 aus. Henrich sieht darin eine »seriöse Basis« - die aber nur für den »Endausbau« mit 1950 Arbeitsplätzen bei Otto gelte. Wann dieses Szenario real werde, sei wiederum »völlig unabsehbar.

Ärger wegen Grillhütte

Die Kritik des Regierungspräsidiums an Lärmschutzgutachten nimmt man im Rathaus weiterhin gelassen. Das RP mache »falsche Annahmen«, erklärte der Stadtplaner. Die Grenzwerte würden »überall locker und sicher eingehalten«. Der städtebauliche Vertrag mit Otto sei »unterschriftsreif«, die Planung »auf der Zielgeraden«. Nach ein paar Rückfragen votierte der Ortsbeirat einstimmig für das Papier.

Ziemlich verstimmt sind die Rödgener unterdessen wegen der neuesten Entwicklungen in Sachen Grillhütte. Ende August habe sie mit Gerda Weigel-Greilich (Grüne) über einen guten Standort beraten, berichtete Ortsvorsteherin Elke Victor (Freie Wähler). Die Stadträtin habe dabei klargestellt, dass dieser nicht außerhalb der aktuellen Bebauungsgrenzen liegen dürfe. Zwei konkrete Vorschläge hätten sie dann »etwas schockiert«, sagte Victor.

An der Alten Eiche habe es zwar früher bereits einen Grillplatz gegeben. Dieser sei jedoch dem Denkmalschutz gewichen und nicht ohne Weiteres zu reaktivieren. Im geplanten Baugebiet »In der Roos« - Vorschlag Nummer zwei - fehle der Freiraum. Das Projekt bleibt also vorerst Theorie - und der Ortsbeirat sieht weiter nicht die besten Chancen. »Es kommt mir fast so vor, als ob man Jahr für Jahr neue Gründe vorbringt, wie man das Ganze verhindern könnte«, schimpfte Victor.

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