08. April 2019, 22:18 Uhr

»Olympischer Brief« gegen Personalmangel

08. April 2019, 22:18 Uhr
Pfleger und Ärzte unterschreiben die Papierrollen mit Forderungen nach einer besseren Versorgung im Krankenhaus. (Foto: Schepp)

Zu wenig Personal, Arbeitsbedingungen, die sich immer weiter verschlechtern und in der Folge überlastete Mitarbeiter: Gegen solche Missstände in den Bereichen Pflege und Versorgung im Krankenhaus ist derzeit ein »Olympischer Brief« durch ganz Deutschland unterwegs. In Anlehnung an die Tradition des Olympischen Fackellaufs macht ein silberner Metallkoffer derzeit in Städten mit Krankenhäusern Station. Gesammelt werden Unterschriften auf Papierrollen, auf denen Forderungen an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) formuliet sind: Endlich gute Bedingungen für Pflege und Versorgung im Krankenhaus.

Im Januar wurde die Aktion in Hamburg gestartet, am Montag kam der Koffer mit den langen Papierrollen auf Initiative des Aktionsbündnisses »Gemeinsam für unser Klinikum« am Universitätsklinikum in Gießen an, am Dienstag macht der »Olympische Brief« Station in Marburg und am Mittwoch geht die Reise weiter nach Mainz. Übergeben werden sollen die Unterschriften schließlich in Leipzig. Dort findet am 5. Juni die Gesundheitsministerkonferenz statt.

»Unser Ziel ist eine gesetzliche Personalbemessung für alle Berufe im Krankenhaus«, sagte Gewerkschaftssekretär Fabian Dzewas-Rehm während der Aktion, an der sich Pflegepersonal und Ärzte beteiligten. Mit der Petition stelle sich die Gewerkschaft Verdi hinter Pflegekräfte, Ärzte, Hebammen, Reinigungskräfte »und alle anderen Beschäftigten, die täglich wertvolle Arbeit für uns leisten«.

Zu den Unterzeichnerinnen gehört auch Jana Jünger. Sie ist die Mutter von »Herzkind« Tristan. Der Fünfjährige musste bereits dreimal am Herzen operiert werden, demnächst steht eine vierte OP an, weil Tristan eine künstliche Herzklappe braucht. Zwei der drei bisherigen Operationen waren vom Klinikum verschoben werden, obwohl sich die Familie auf die zuvor vereinbarten Termine eingestellt hatte. »Solche Verschiebungen sind ärgerlich für das Kind und die Angehörigen«, erklärte die Mutter.

Nicht nur für die betroffenen Familien, auch für die Beschäftigten seien solche Bedingungen nicht tragbar, betonte Klaus Hanschur. »Die Beschäftigten geben alles, aber die Arbeitsbedingungen werden immer schlechter«, beschrieb der Gesamtbetriebsratsvorsitzende am UKGM die Situation an den Standorten Gießen und Marburg.

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