29. Juli 2018, 09:00 Uhr

Auktion droht

Objekte aus Buseck für das Gießener Museum?

Seit Monaten wird über das Oberhessische Museum diskutiert. Nun könnten aus der Hobby- und Sammlerwelt in Buseck unzählige Exponate übernommen werden. Doch bislang gibt es keine Anfrage.
29. Juli 2018, 09:00 Uhr

Unvorstellbar, aber durchaus wahrscheinlich: In nicht allzu ferner Zukunft könnten Gießens erste Parkuhr, Briefbögen von alten Gießener Firmen oder historische Uniformen des heimischen 116er Regiments in amerikanischen Partykellern und nicht in einem Gießener Museum zu sehen sein. Und dabei werden doch aktuell im Zusammenhang mit der Neukonzeptionierung des Oberhessischen Museums Exponate für das Gießener Haus gesucht. Zahlreiche Bürger haben bereits Fundstücke zu den Veranstaltungen des StadtLaborGießen mitgebracht und ihre Objekte für ein digitales Archiv fotografieren lassen. Doch eine überwältigende Fülle von Exponaten mit Gießen-Bezug, die seit 13 Jahren in der privaten Hobby- und Sammlerwelt in Buseck ausgestellt waren, droht nun mit deren Schließung Ende September für immer verloren zu gehen. »Die Sammlung wird von einem Auktionshaus versteigert und die Exponate gehen in die ganze Welt«, berichtet Angela Busse, Witwe des Sammlerwelt-Gründers Harald Busse, auf Anfrage und liefert auch gleich die Erklärung für diesen Schritt: »Unser Museum besteht nun seit 13 Jahren. Die Sammlung meines Mannes über das Regiment 116 ist einmalig. Aber das hat bis heute noch niemand vom Magistrat der Stadt Gießen interessiert und es hat uns auch noch niemand von dort besucht. Warum sollen wir jetzt der Stadt Gießen helfen?«

Besteht überhaupt Interesse?

Dem Vernehmen nach hat die Sammlerfamilie zudem in der Vergangenheit auch schon negative Erfahrungen mit dem Oberhessischen Museum gemacht: So hatte man für die Sonderausstellung »Bier« mehrere Exponate zur Verfügung gestellt. Erst mehrere Monate nach Ende der Schau und wiederholten Anrufen und E-Mails wurden diese wieder zurückgegeben – mit dem Hinweis aus dem Museum, dass man nicht zuordnen könne, um welche Leihgaben es sich handele. Die Leihgeber hatten mit Fotos ihr Eigentum noch einmal belegen müssen.

Dokumente mit Gießen-Bezug, wie sie in ähnlicher Form das Stadtarchiv sorgsam hütet, oder Einzelobjekte zu Gießener Firmengeschichten, etwa ein Werbeschild des früheren Kaufhaus Kerber, gibt es in der Busse-Sammlung in großer Zahl. Allein die Sammlung zur Zigarrenfabrikation im Gießener Raum ist sehr umfangreich. Zum Gießener Infanterie-116er-Regiment aus der Kaiserzeit etwa gibt es im Leib’schen Haus des Oberhessischen Museums lediglich Einzelstücke, in Busses Sammlung gleich eine komplette Schauecke mit Uniformen, Flaggen und vielem mehr. Vieles davon könnte ins Oberhessische Museum übernommen werden – wenn denn Interesse bestünde. (Fotos: dkl)

Kommentar

Dieser Schatz ist zu heben>

¬Dies alles im Oberhessischen Museum auszustellen, würde gewiss den Rahmen sprengen. Zudem ist das Depot ohnehin schon übervoll. Auch der Nachweis für jedes einzelne Objekt aus Buseck ist nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit gesichert. Viel Wissen dürfte zudem mit dem Tod des Sammlers verlorengegangen sein. Hinzu kommt, dass es aktuell schwierig wäre, eine Auswahl zu treffen, denn die Museumsleitung ist seit Anfang des Jahres unbesetzt. Ebenso ist das städtische Kulturamt ohne offizielle Leitung. Gerüchteweise soll erst im Herbst bekannt gegeben werden, welche Personen diese beiden Leitungspositionen übernehmen. Wenn diese Stellen dann wieder besetzt sein werden, könnte es allerdings schon zu spät sein: Die Busecker Sammlung wäre dann in großen Teilen längst in alle Winde zerstreut. Schade.

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