06. Juli 2017, 21:46 Uhr

Nur ein Jahr Zeit für Babykurse

06. Juli 2017, 21:46 Uhr

Junge Eltern nutzen Spielkreise und andere Angebote vor allem im ersten Lebensjahr ihres Babys. Danach nehmen die meisten die Berufstätigkeit wieder auf und bringen die Kinder ganztags in Krabbelgruppen oder bei Tagesmüttern unter. Auf diesen Trend hat sich die Evangelische Familien-Bildungsstätte eingestellt. »Wir haben unser Angebot für das erste Lebensjahr erweitert«, erklärten die Leiterin Christiane Hegemann sowie die Fachbereichsleiterinnen Carina Arman und Bettina Kruse-Volkmann bei der Vorstellung des Programms für das nächste Jahr. Wahrgenommen werde es immer häufiger auch von Vätern. Insgesamt liegt der Männeranteil unter den rund 7000 Teilnehmern jährlich allerdings nur bei etwa 16 Prozent.

In den Eltern-Kind-Kursen habe sich die Zahl der Väter im vergangenen Jahr verdoppelt. »Darauf sind wir stolz«, so Hegemann. Häufig teilten sich Paare die Kurse wie auch die Elternzeit, erläuterte Arman. Seit Jahren gut genutzt werden die speziellen Angebote an den Wochenenden, wo Väter mit ihren Kindern beispielsweise einen Tag im Wald oder auf dem Bauernhof erleben können.

Bindung fördern, Ruhe finden

Vom neuen Wohlfühlkurs »Wellkin« für die ganz Kleinen bis zur Bewegungsförderung für Krabbelkinder reicht das Spektrum der Angebote für frischgebackene Familien. Ziel sei zum einen, die Bindung zwischen Eltern und Kind zu fördern, so Hegemann: Diese sei »die Grundlage für Entwicklung und Bildung«. Zum anderen gelte es, dem »großen Druck« entgegenzuwirken, dem sich Eltern ausgesetzt sähen. In der Familien-Bildungsstätte fänden sie »ruhige und entspannte Räume«, in denen sie sich austauschen und Informationen erhalten können. Auch die etwas älteren Kinder erreicht die Einrichtung, nämlich über ihre Angebote direkt in den Kitas, die sich zu Familienzentren weiterentwickeln.

Bei insgesamt 550 Kursen zu 209 Themen bleibt freilich auch das Angebot für Schüler und ihre Familien umfangreich. Es reicht vom Eltern-Vortrag über Hausaufgaben über »First Steps in English« bis zu Yoga für Teenies. Bei den Kreativkursen werden Trends aufgegriffen wie Betonschmuck, »Upcycling« – das Herstellen von schönen Dingen aus ausrangierten Gegenständen – oder »Art Jounaling«, das gezeichnete Tagebuch. Hier wie auch bei den Kochkursen sei neben dem Thema stets die Begegnung wichtig. Vielfältig sind die Möglichkeiten bei der Gesundheitsförderung. Zu etlichen Präventionsangeboten gibt es Krankenkassenzuschüsse.

Seit 2016 nicht mehr gefördert wird dagegen das Programm »Chance 50 plus« des Jobcenters mit insgesamt 700 Langzeitarbeitslosen in vier Jahren. Viele hätten dort sehr schnell einen Weg gefunden, sich mehr zu bewegen und gesünder zu essen. »Es war schön, zu sehen, wie sie aufgeblüht sind«, bedauert Hegemann das Aus, das zu einem spürbaren Rückgang der Teilnehmerzahlen führte.

Eine Pause gibt es bei der Grundqualifizierung für Tagesmütter und -väter. Wie berichtet, überarbeitet die Stadt derzeit das Konzept wegen zu geringen Interesses. Den Mangel an Arbeitskräften im pädagogischen Bereich bekommt die Familien-Bildungsstätte auch direkt zu spüren: »Wir freuen uns immer über neue geeignete Kursleiter.«

Die neue Programmbroschüre ist zu haben bei der Evangelischen Familien-Bildungsstätte, Wingert 18, Wieseck Tel. 9 66 12 22, Internet: www.fbs-giessen.de.

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