31. März 2015, 19:53 Uhr

»Niklas« sorgt für Wirbel im Gießener Land

Gießen (sha/mö). Für Gießen und Umgebung ist der Besuch des wilden »Niklas« bislang glimpflich verlaufen. Nach ersten Erkenntnissen kam es am Dienstag bis zum frühen Abend nur zu wenigen Vorfällen mit umgestürzten Bäumen und einem beschädigten Dach. In Gießen pausierten die Frühjahrsmesse und einige Großbaustellen aus Sicherheitsgründen.
31. März 2015, 19:53 Uhr
Ein Baum stürzte in der Gießener Hardtallee auf den Eingangsbereich eines Supermarkts. (Foto: sha)

In der Hardtallee krachte am Nachmittag ein Baum auf den Eingangs- und Schaufensterbereich eines türkischen Supermarkts. Kunden oder Personal des Ladens wurden aber glücklicherweise nicht verletzt. In Mitleidenschaft gezogen wurden stattdessen einige Birnen und Melonen der Auslage vor dem Geschäft und eine Palette mit Wasserflaschen. Größer als an den Lebensmitteln dürfte der Schaden an dem Gebäudedach sein, wo unter anderem ein Vordach und eine Markise abgeknickt wurden: Rund 8000 bis 10 000 Euro schätzte ein Sachverständiger. Sechs Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr sägten den umgestürzten Baum für den Abtransport in Stücke.

Im Landkreis richtete der Orkan in Alten-Buseck große Schäden an: Heftige Böen deckten auf einer Fläche von gut 100 Quadratmetern das Flachdach eines Unternehmens im Gewerbegebiet Flößerweg ab. Auch hier wurde aber niemand verletzt. 25 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Buseck waren mit einem Drehleiterfahrzeug vor Ort, um das Dach behelfsmäßig wieder abzudichten und die weggeflogenen Trümmerteile einzusammeln. Die Höhe des Schadens schätzte ein Mitglied der Geschäftsleitung auf rund 30 000 Euro.

Zu einer Störung des Bahnverkehrs kam es am Morgen auf der Strecke Gießen-Marburg, weil bei Fronhausen Bäume auf die Gleise gestürzt waren. Dies führte zu Verspätungen auf der Main-Weser-Bahn.

Die Gießener Frühjahrsmesse blieb gestern – wie fast alle anderen Rummelplätze in Deutschland – geschlossen. »Wir wollen kein Risiko eingehen«, sagte Chef-Schausteller Andreas Walldorf am frühen Nachmittag. Auch auf einigen Baustellen im Stadtgebiet wurde früher Schluss gemacht. Als der Wind gegen elf Uhr eine Stärke von sechs erreichte, stellte zum Beispiel Faber & Schnepp in der früheren Bergkaserne die Arbeiten ein. Die beiden Kräne blieben unbemannt und wurden »windfrei« gestellt, berichtete Geschäftsführer Karl-Heinz Redant.

Nach einer vorläufigen Bilanz des Polizeipräsidiums Mittelhessen von 17 Uhr wurde die heimische Region von dem Orkantief noch einigermaßen verschont. Von den bis dahin gut 80 Einsätzen betrafen nur etwa 15 Stadt und Landkreis Gießen, sagte ein Polizeisprecher. Heftiger hatte »Niklas« im Lahn-Dill-Kreis, in der Wetterau sowie im Landkreis Marburg-Biedenkopf gewütet. Allerdings wurde auch dort zum Glück niemand verletzt, und die Sachschäden – etwa durch umgestürzte Bäume – blieben »gemessen an der Zahl der Einsätze relativ niedrig«.



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