21. März 2019, 09:00 Uhr

Thies-Nachfolge

Neuer Wohnbau-Chef in Sicht

Nach einem Mediationsverfahren herrscht noch immer keine Klarheit über die Leitungsstruktur der Wohnbau. Aber fest steht: Geschäftsführer Thies geht Ende des Jahres in Ruhestand.
21. März 2019, 09:00 Uhr

Geschäftsführer Reinhard Thies sprach von missbrauchter »Erfahrungsmacht« altgedienter Mitarbeiter, der Betriebsrat von einer eingeschüchterten Belegschaft. Bis vor das Arbeitsgericht führte im Dezember ein Streit innerhalb der Wohnbau Gießen GmbH. Nun ist das Mediationsverfahren zwischen allen Beteiligten abgeschlossen. Das Ergebnis: Nicht mehr vor Gericht, sondern hinter den Kulissen soll in den nächsten Monaten die Leitungsstruktur des städtischen Unternehmens geklärt werden.

Unterdessen ist das Besetzungsverfahren für Thies’ Nachfolge – der 66-Jährige geht Ende des Jahres in den Ruhestand – so gut wie abgeschlossen. Voraussichtlich noch vor den Osterferien werde man den neuen Geschäftsführer vorstellen, erklärt Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz als Aufsichtsratsvorsitzende. Ob die Person von außen kommt und wann sie oder er das Amt antritt, mochte die OB noch nicht sagen.

 

Umstrittener Führungsstil

Er wolle seinen Nachfolgern ein geordnetes Feld mit klaren Verantwortlichkeiten hinterlassen: So begründete Thies unter anderem seine Klage vor dem Arbeitsgericht. Er strebte an, dass die beiden Prokuristinnen und der Prokurist formal als Leitende Angestellte gelten. Damit wäre – so erläuterte Thies damals im GAZ-Gespräch – verbunden, dass sie nicht für den Betriebsrat kandidieren könnten, leichter kündbar wären und eher für »Dinge aus der Vergangenheit« haften. Die zwei langgedienten unter ihnen – die eine ist seit 37, der andere seit 26 Jahren bei der Wohnbau – wehrten sich dagegen.

Beim Gütetermin Mitte Dezember kam ans Licht, dass ein erheblicher Teil der 80 Mitarbeiter Probleme mit dem Führungsstil des Pädagogen hat, der seit 2013 im Amt ist. Unterschiedliche Auffassungen herrschten über die Frage, ob es in der Wohnbau bisher Missstände gab. Der Betriebsrat äußerte Unverständnis darüber, dass Thies sich anscheinend als »Aufräumer« sehe. Die Oberbürgermeisterin betonte, das Unternehmen brauche »Entwicklung«, der künftige Geschäftsführer solle Thies’ Weg weitergehen.

Auf Vorschlag der Richterin fand nun die Mediation statt. Inhalte sollten nicht veröffentlich werden, erklärte Grabe-Bolz der GAZ. Ergebnis sei, dass man in den nächsten Monaten »zielführende Gespräche zu einem der Wohnbau adäquaten Leitungsmodell« führen wolle. Darüber lasse sie sich berichten. Auf Nachfrage ergänzt Thies: »Ich bin zuversichtlich, dass wir vorankommen.«

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