09. August 2013, 20:28 Uhr

Neuer Superlativ für Schiffenberg-Basilika

Gießen (mö). »Schiffenberg-Basilika steigt in Bundesliga auf«, titelte die Gießener Allgemeine Zeitung im Juli 2012, nachdem das Kirchlein aus dem Mittelalter in den Rang eines Denkmals von nationaler Bedeutung gehoben worden war. Am Freitag kam nun ein neuer Superlativ dazu.
09. August 2013, 20:28 Uhr
Ministerpräsident Volker Bouffier übergab 150 000 Euro an Stadträtin Astrid Eibelshäuser. Mit dabei (v. r.): Denkmalpfleger Joachim Rauch, Peter Diehl (Denkmalbeirat), Gerd Weiß (Denkmalpräsident) und Klaus Peter Möller (Stadtverordneter). (Foto: mö)

Denn wie Prof. Gerd Weiß, Präsident des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege, bei einem Pressetermin auf dem Hausberg der Gießener erklärte, sei das Dach des Turms, der 1145 entstandene »Spitzhelm« der Basilika, der älteste seiner Art in Deutschland. »Der zweitälteste entstand 200 Jahre später«, sagte Weiß.

Anlass des Termins war der Besuch des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier auf der Baustelle. Mitgebracht hatte der CDU-Regierungschef einen Förderbescheid in Höhe von 150 000 Euro, den Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD) für den Magistrat entgegennahm. Der Schiffenberg mit seiner Klosteranlage habe für die Gießener »eine emotionale Bedeutung«, sagte Bouffier und fügte mit Blick auf den Wahlkampf hinzu: »Diese Bindung geht über kurzfristige politische Zyklen hinaus.« Stadträtin Eibelshäuser, zu deren Dezernat das Hochbauamt und damit der Denkmalschutz gehört, bedankte sich für die Unterstützung von Land und Bund bei der sehr aufwendigen und knapp 3,3 Millionen Euro teuren Sanierung des Kirchenbaus aus romanischer Zeit.

Mittlerweile befinden sich die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt, nachdem im vergangenen Jahr der Dachstuhl des Turmaufbaus saniert worden war. Im Zuge des zweiten und dritten Bauabschnitts werden Mauerwerk und Putz saniert sowie die Restaurierung des Dachstuhls im Kirchenschiff durchgeführt. Dabei werden verfaulte Hölzer behandelt, um das Originalbaumaterial aus romanischer Zeit zu erhalten. Noch nicht entschieden ist, ob die Arkaden künftig wieder offen sein werden oder geschlossen bleiben, um das Innere der Basilika vor Feuchtigkeit zu schützen. Ein Gutachten, das laut Stadtdenkmalpfleger Joachim Rauch in wenigen Wochen vorliegen wird, soll Klarheit bringen.

Für Bouffier ist es ein faszinierender Gedanke, dass hier noch immer Bauholz aus der Entstehungszeit der Basilika vorhanden ist: »Und wir müssen heutzutage Gebäude sanieren oder abreißen, die nur 30 oder 40 Jahre alt sind.« Zugegen beim Besuch des Ministerpräsidenten waren auch der frühere Kreisdenkmalpfleger Manfred Blechschmidt, Architekt Peter Diehl in seiner Funktion als Vorsitzender des städtischen Denkmalbeirats, Hochbauamtsleiter Siegfried Klee und als Vertreter des Stadtparlaments Klaus Peter Möller und Christine Wagener (beide CDU).



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