18. Dezember 2018, 22:32 Uhr

Neue Menschen, neue Wahrheiten

18. Dezember 2018, 22:32 Uhr
Mit Mozartkugel-Monokel: Michael Hofstetter (l.) und Thomas Goritzki. (Foto: Schepp)

Gießen (mm). Das Wort Wiederaufnahme fällt am Dienstag während der Pressekonferenz zur neuen Oper am Stadttheater nicht. Auch wenn es sich streng genommen um eine solche handelt. Wolfgang Amadeus Mozarts »Le nozze di Figaro« in der Inszenierung von Thomas Goritzki und Stephanie Kuhlmann feierte bereits vor sieben Jahren Premiere, war damals ein voller Erfolg und das letzte Musiktheaterstück, das Carlos Spierer in Gießen dirigierte.

Sein Nachfolger als Generalmusikdirektor (und Vorgänger, da er bereits zum zweiten Mal am Stadttheater das Pult regiert), Michael Hofstetter, lobte gestern das fast gänzlich neue Ensemble (Bariton Tomi Wendt sang seinerzeit schon mit), sprach von frischem Esprit und einer unerhörten Homogenität bei den Solisten, die er trotz seiner »Figaro«-Erfahrung so noch nie erlebt habe. Neuerlich Premiere hat das Stück am kommenden Samstag, 22. Dezember, um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Goritzki, der verschmitzte Haudegen, bescheinigte denn auch, an seiner Inszenierung festzuhalten, wusste aber genau: »Neue Menschen bedeuten neue Wahrheiten.« Soll heißen: Durch die Akteure bekommt sein »Figaro« nun ein anderes Gesicht. Ausstatter Heiko Mönnich hat ebenfalls alles beim historisch Alten mit den kleinen aus der Zeit fallenden Kostümdetails belassen – was keine schlechte Idee ist.

Vor sieben Jahren mauserte sich die erste der drei Opern, die Mozart mit dem Textdichter Lorenzo Da Ponte schrieb, dank ihres Schabernacks und dem zeitlos-leichten Komödienhumor zu einem Glücksfall für das Stadttheater. Man muss kein Prophet sein, um diesen »Figaro« schon heute zu den Höhepunkten der aktuellen Spielzeit zu zählen. Nach der launigen »Così fan tutte«-Inszenierung 2017 und dem hadernden Frauenverführer »Don Giovanni« zu Beginn der vergangenen Spielzeit wird damit am Stadttheater das Mozart-Da-Ponte-Opern-Triptychon unter Hofstetter komplettiert. Leider gibt es keine Aufführung aller drei Opern »am Stück« an einem Wochenende oder innerhalb eines Monats. Überlegungen in diese Richtung hat das Haus verworfen.

Gleichwohl ist am Samstag großer Spaß garantiert. Der sinnenfreudige Graf Almaviva (Bariton Grga Peroš) liebt die attraktive Zofe Susanna (Sopranistin Naroa Intxausti), diese aber hat nur Augen für ihren Verlobten, den Figaro (am Samstag gesungen von Bariton Alexander Hajek; Tomi Wendt steht alternierend bereit und singt zur Premiere den Bartolo); die Gräfin (Sopranistin Francesca Lombardi Mazzulli) schwärmt für ihren Grafen; und der Page Cherubino (Mezzosopranistin Marie Seidler in der beliebten Hosenrolle) hat es gleich auf alle Frauen abgesehen. Sobald sich der Vorhang hebt, beginnt ein Verwirrspiel in vier Akten über die Untreue des Adels, bauernschlaue Diener, schelmische Beziehungen und die liebreizenden Facetten menschlicher Unzulänglichkeiten.

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