14. Mai 2018, 18:00 Uhr

Neue App

Neue App: Salat und Fisch aus Gießen zum halben Preis

In Gießen machen bisher drei Unternehmen bei »Too good to go« mit. Die App hat Lebensmittelverschwendung und unnötigem Abfall den Kampf angesagt.
14. Mai 2018, 18:00 Uhr
Die Nutzer der App bekommen übersichtlich angezeigt, wo und wann wie viele Essen zu welchem Preis übrig sind. (Foto: Schepp)

Für ein leckeres Fischgericht oder einen frischen Salat weniger als die Hälfte des regulären Preises zahlen – und gleichzeitig Lebensmittel retten, die sonst in der Bio-Tonne landen: Diese zwei attraktiven »Fliegen« kann man jetzt in Gießen mit einer Klappe schlagen: Denn die Filialen der Salatbars von »Salädchen« (Neuenweg und Frankfurter Straße) und »Tom & Sallys« (Bleichstraße und Bahnhof) verkaufen ihre Produkte neuerdings ebenso wie »Nordsee« (Seltersweg) bei »Too Good to go«. Dies ist eine App gegen Lebensmittelverschwendung und unnötigen Abfall, mit der man zu viel produzierte Speisen von Restaurants, Bistros oder Supermärkten zu einem stark reduzierten Preis kaufen kann – stets etwa eine halbe Stunde vor den Schließungszeiten der jeweiligen Anbieter oder – wie etwa bei Tom & Sallys« – auch am Folgetag.

Die App »Too good to go« (TGTG) ist kostenlos. Wer sie auf dem Smartphone installiert, bekommt alle Geschäfte in der Nähe angezeigt, die mitmachen. Dazu gibt es Infos, welche Gerichte zu welchem Preis – mindestens 50 Prozent günstiger als der Normalpreis – abgegeben werden und zu welcher Uhrzeit diese Gerichte abgeholt werden können. Die Kunden bezahlen diese Speisen direkt über die App. Für jede gekaufte Essensportion kassieren die App-Betreiber eine Gebühr von einem Euro von den Gastronomiebetrieben, also nicht von den Kunden.

 

Viel positives Feedback

 

»Wir sind seit Februar dabei und bekommen von unseren Kunden sehr viel positives Feedback«, sagt Felizitas Lany, Marketingverantwortliche bei »Tom & Sallys«. Die App sei sehr nutzerfreundlich – für sie sowie für die Kunden. »Wir haben dafür fast keinen Aufwand.« Wenn abends Salate übrig bleiben, werden sie bei »Tom & Sallys« im Kühlhaus gelagert und am nächsten Morgen über »Too good to go« angeboten. Was dann nicht verkauft ist, erhält die Foodsharing-Gruppe Gießen. Im Februar und März wurden bei Tom & Sallys 61 Salate über TGTG verkauft. »Das wird aber in der April-Auswertung noch mehr sein«, sagt Lany, denn das Angebot werde schrittweise bekannter. In Marburg sei die Resonanz bereits deutlich größer als in Gießen. Lany hofft, dass demnächst noch mehr Restaurants und Gastronomiebetriebe bei TGTG mitmachen.

Auch der Mitbewerber »Salädchen« nutzt die neue App. »Wir haben bisher gute Erfahrungen damit gemacht und sind zufrieden. Wir haben deutlich weniger Reste«, sagt »Salädchen«-Filialleiterin Lisa Balzer. Allerdings sei auffällig, dass die App bisher von mehr Kunden der Salädchen-Filiale in der Frankfurter Straße genutzt werde als in der Neuenweg-Filiale in der Innenstadt. Das neue Angebot müsse sich offenbar erst noch herumsprechen. Bei »Salädchen« werden die übrig bleibenden Portionen geschätzt und abends kurz vor Ladenschluss abgegeben.

Nordsee rechnet übrigens bundesweit pro Jahr mit rund 60000 Essen und 360 000 Snacks, die von den TGTG-Kunden allein in den Nordsee-Filialen »gerettet« werden, was jährlich etwa 300 Tonnen CO2 einspare. Die kostenfreie App, die es seit einem Jahr in Deutschland gibt, hat mehr als 1,5 Millionen Nutzer in mehreren Ländern.

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