10. Oktober 2018, 21:47 Uhr

Neu in Gießen und zufrieden

10. Oktober 2018, 21:47 Uhr

Von Karen Werner , 2 Kommentare
Beim »Markt der Möglichkeiten« lernen Erstsemester vielfältige Institutionen aus Gießen und Umgebung kennen. (Foto: kw)

»Wer kannte Gießen schon vorher?« Höchstens jeder Zehnte hebt die Hand. »Wer von euch hätte vor einem Jahr gedacht, dass er heute hier sein Studium beginnen würde?« Wieder meldet sich eine kleine Minderheit. Die allermeisten Studienanfänger, die am Mittwoch zur Erstsemesterbegrüßung der Justus-Liebig-Universität kamen, hat es mehr oder weniger unerwartet ins Mittelhessische verschlagen. Doch die Zeiten scheinen vorbei, in dem man dieses vermeintlich schwere Schicksal mit Galgenhumor kommentierte. Die meisten, die die GAZ am Rande des »Markts der Möglichkeiten« ansprach, zeigen sich rundum zufrieden; auch wenn es nicht jeder so euphorisch ausdrückt wie Nicolas: »Ich finde Gießen extrem schön.«

Der Raumfahrtphysik-Student stammt aus Bad Vilbel und genießt die Stadt mittlerer Größe: Nicht zu provinziell, aber »die Leute sind viel freundlicher als in Frankfurt«. Ebenfalls aus dem Speckgürtel einer Großstadt, nämlich aus Schorndorf bei Stuttgart kommt Pia. »Ich habe mir verschiedene Orte angeschaut und finde Gießen attraktiv fürs Studium.« Als angehende Chemikerin schätzt sie besonders den Neubau für ihr Fach. Außerdem war ihr wichtig, in eine belebte, von Studenten geprägte Stadt zu ziehen. »Mir gefällt’s«, lautet ihr Fazit nach der Einführungswoche. »Ich verstehe gar nicht, warum so viele Leute sagen: Gießen ist hässlich.«

OB-Appell: Das Fahrrad nutzen

Mit Deutschlands höchster Studierendendichte nennt sich Gießen zu Recht Universitätsstadt: Das hebt JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee hervor. »Tauchen Sie ein in eine intellektuell anregende Umgebung. Verlieren Sie ihr Studienziel nicht aus den Augen, aber schauen Sie auch nach links und rechts.« Nur in Deutschland seien Studierende gleichberechtigte Mitglieder – und keineswegs »Kunden« – der Hochschule. »Sie sind kein Störfaktor, sondern konstruktiver Bestandteil der Wissenschaft und der Universität.«

In der »jüngsten Stadt Hessens« heißt Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz die Erstsemester willkommen. »Gießen hat viel zu bieten. Vielleicht nicht auf den ersten Blick, aber der zweite Blick ist bekanntlich der entscheidende.« Sie ruft dazu auf, in der »Stadt der kurzen Wege« das Fahrrad zu nutzen, und appelliert an die Neu-Gießener: »Finden Sie heraus, wo Til Schweiger gejobbt hat und wo die Woscht-Anna ist. Gehen Sie in die Osthölle oder dahin, wo Mathe richtig Spaß macht.«

Mancher klagt, weil er einen Studienplatz in Gießen erhalten hat, weiß Asta-Sprecher Johannes Deinzer – »aber auf jeden Fall werdet ihr weinen, wenn ihr aus Gießen wieder wegmüsst«. Die Stadt punkte mit »inneren Werten« wie den Lahnwiesen oder der Kneipendichte.

Meike Röhl vom Akademischen Auslandsamt informierte über Möglichkeiten des Studiums und Praktikums im Ausland. Beim »Markt der Möglichkeiten« stellten sich Institutionen, Vereine und Gruppierungen vor. Das Spektrum reichte vom Stadttheater über die politischen Hochschulgruppen bis zu Unternehmen.

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