Stadt Gießen

Nacht der Musicals

Auch wenn das Prinzenpaar bekanntlich am liebsten Rock’n›Roll tanzt: Die Ballnacht der Gießener Fassenachts-Vereinigung (GFV) beginnt traditionell mit einem Walzer. Also bat Arndt I. am Samstagabend in der Kongresshalle augenzwinkernd um Verständnis, bevor er Katrin I. zum Tanz aufforderte.
28. Januar 2018, 19:23 Uhr
Christian Schneebeck
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Das Berlin Starlight Orchestra sorgt für die passende Tanzmusik. (Fotos: csk)

Auch wenn das Prinzenpaar bekanntlich am liebsten Rock’n›Roll tanzt: Die Ballnacht der Gießener Fassenachts-Vereinigung (GFV) beginnt traditionell mit einem Walzer. Also bat Arndt I. am Samstagabend in der Kongresshalle augenzwinkernd um Verständnis, bevor er Katrin I. zum Tanz aufforderte.

Er könne sein Regentengewand ja schlecht an Ort und Stelle gegen ein sportlicheres Outfit tauschen, sagte er, außerdem gelte es doch gerade im Fasching, Bräuche zu wahren. Der Prinz und seine Prinzessin eröffneten die siebte Auflage des GFV-Balls deshalb im Dreiviertel-, nicht im Viervierteltakt – sie wussten dabei aber nicht weniger zu überzeugen als in ihrer Paradedisziplin.

Einige Minuten zuvor hatten GFV-Präsident Jörg Langsdorf und 280 Gäste das Prinzenpaar samt Hofstaat im festlich geschmückten Saal empfangen. Und nur Augenblicke danach gesellten sich die zahlreichen anwesenden Ex-Prinzenpaare auf das Parkett, gefolgt von vielen weiteren Tanzwilligen. Dass sie alle mehr oder minder den ganzen Abend über in Bewegung blieben, garantierte das Berlin Starlight Orchestra unter der Leitung von Andreas von Haselberg, zum Beispiel mit Tangomusik, Discofox-Stücken und Musical-Klassikern wie »New York, New York«.

Vor allem Letztere passten perfekt zum Motto des diesjährigen Balls. Die »Nacht der Musicals« animierte zwar augenscheinlich deutlich weniger Gäste dazu, sich zu verkleiden, als die »Venezianische Nacht« im Vorjahr. Der Atmosphäre tat das aber keinen Abbruch. Noch einmal gesteigert wurde die ohnehin schon ausgelassene Stimmung nur durch den Showteil des Abends, in dem zunächst der Sänger und Musical-Darsteller Andrea Matthias Pagani eine Kostprobe seines Könnens gab, dann auch die Sängerin Janice Rudelsberger begeisterte. Wer nun immer noch nicht das Tanzbein schwang, den lockten spätestens Michel Göbler und Claudia Storck mit lateinamerikanischen Tänzen von den Tischen.

Tombola mit schönen Preisen

Dort hatten sich die Fassenachter zu Beginn des Abends unter anderem eine Hummerbisque mit Greyerzer-Millefeuille schmecken lassen sowie als Hauptgang Filet Mignon und geschmortes Ochsenbäckchen im Portweinjus auf Kartoffel-Sellerie-Püree. All das mundete so gut, dass Langsdorf in einer der Tanzpausen eigens die »exorbitant gute Resonanz« auf das Menü hervorhob und dem verantwortlichen Caterer dafür ebenso dankte wie etlichen Sponsoren für ihre Unterstützung sowie dem Dekoteam und dem Programmausschuss der Fassenachtsvereinigung für die akribische Vorbereitung der Ballnacht.

Die steuerte gegen Mitternacht auf einen weiteren Höhepunkt zu, als im Rahmen der alljährlichen Tombola Preise im Wert von 15 000 Euro verlost wurden. Allein die vier Hauptgewinne – neben einem Strandkorb winkten Gutscheine für ein Coaching, für Strom und für kosmetische Behandlungen – standen diesmal für fast 9000 Euro.

Höhepunkt hin oder her: Der Tageswechsel markierte längst nicht das Ende der Ballnacht. Sie ging noch einige Stunden weiter und endete – wie es sich für eine Nacht eben so gehört – erst in den frühen Morgenstunden.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/Stadt-Giessen-Nacht-der-Musicals;art71,381399

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