23. November 2009, 17:42 Uhr

Mukherjee: JLU schärft dank »Loewe« ihr Profil

Gießen (kw). Als »Chance für die ganze Region« Mittelhessen sieht Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann die Förderung durch das Landesprogramm Loewe. Die Forscher in Gießen und Marburg könnten »sehr stolz sein« auf die 20 Millionen Euro, die in den kommenden vier Jahren in zwei Vorhaben fließen, sagte die CDU-Politikerin am Montag in der Aula der Justus-Liebig-Universität.
23. November 2009, 17:42 Uhr
Ministerin Kühne-Hörmann überreichte in Gegenwart von JLU-Vizepräsident Prof. Mukherjee (2.v.l.) Bewilligungsurkunden an vier Lungenforscher ...

Dort überreichte sie die Bewilligungsbescheide. JLU-Vizepräsident Prof. Joybrato Mukherjee hob die »herausragende strategische Bedeutung« der Loewe-Förderung hervor.

Wie berichtet, entsteht zum einen das Loewe-Zentrum »UGMLC - Universities of Giessen and Marburg Lung Center: Entzündliche und hyperproliferative Erkrankungen der Lunge und der Atemwege«, in das bis 2012 gut 15,1 Millionen Euro fließen. Beteiligt sind neben Ärzten der beiden mittelhessischen Universitäten auch das Max-Planck-Institut (MPI) für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim. Rund 4,5 Millionen gehen an den zweiten Schwerpunkt »AmbiProbe - Massenspektrometrische in-situ-Analytik für die Problembereiche Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit«. Kooperationspartner sind hier die Goethe-Universität Frankfurt, die Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt und das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg. Die Federführung liegt bei beiden Vorhaben jeweils bei der JLU.

»Loewe« - das Kürzel steht für »Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz« - biete die Möglichkeit der Anschubfinanzierung ganz neuer Forschungsvorhaben im Verbund mit starken Partnern, sagte Mukherjee vor rund 150 Gästen. »Andere Bundesländer beneiden uns darum.« Damit wüchsen die Chancen im Wettbewerb um längerfristige Kostenübernahme etwa im Rahmen von Sonderforschungsbereichen. »Loewe« helfe der Gießener Universität, ihr Profil mit den Schwerpunkten Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Kulturwissenschaften zu schärfen. Das zeigten nicht nur die beiden Projekte in der aktuellen zweiten Runde - sondern auch diejenigen, die in der ersten Staffel erfolgreich waren, sowie die drei, deren Anträge für nächstes Jahr noch im Rennen sind.

Die Mediziner in Gießen und Marburg seien willens und in der Lage zur Zusammenarbeit: Das sagte Prof. Katharina Krause, Vizepräsidentin der Philipps-Universität, in ihrem Grußwort. Sie dankte dem Rhön-Klinikum, der Behring-Röntgen-Stiftung und schließlich der Landesregierung, die »Loewe« auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiterfinanziere.

Die sei »keine leichte Entscheidung« gewesen, betonte Kühne-Hörmann - immerhin habe das Land für die kommende Legislaturperiode 410 Millionen Euro »in die Hand genommen«. Die geförderten Projekte hätten hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz. Sie hoffe, dass sie auf lange Sicht zu Firmen-Ausgründungen und damit neuen Arbeitsplätzen führten. Aber auch für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses gebe es positive Folgen, unterstrich Kühne-Hörmann. Das Lungen-Forschungsvorhaben sei »ein Alleinstellungsmerkmal in der medizinischen Landschaft« und belege zudem, dass »Marburg und Gießen im wissenschaftlichen Bereich immer enger zusammenwachsen«.

Bevor sie ihre Bewilligungsbescheide entgegennahmen, fassten einige der beteiligten Forscher ihre Vorhaben zusammen. Wie das UGMLC entzündliche und mit Gewebswucherungen verbundene Erkrankungen der Lunge und der Atemwege erforschen will, schilderten Koordinator Prof. Werner Seeger, Direktor des Lungenzentrums in Gießen, sein Kollege Prof. Friedrich Grimminger sowie Prof. Harald Renz (Marburg). Koordinator Prof. Bernhard Spengler, Geschäftsführender Direktor des JLU-Instituts für Anorganische und Analytische Chemie, erläuterte, dass »AmbiProbe« schwerfällige Labor- und Probengewinnungs-Verfahren in unterschiedlichsten Bereichen überflüssig machen möchte.

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