08. Juli 2018, 19:02 Uhr

Modellheimat der Kreativen

08. Juli 2018, 19:02 Uhr
Der ehemalige Kirchenraum beherbergt am Sonntag unter anderem den Plattenflohmarkt. Demnächst soll er als Eventraum genutzt werden. (Foto: csk)

Ein Haufen Schutt liegt noch im Garten, ein zweiter steht abfuhrbereit im Container an der Straße. Tatsächlich ist der »Prototyp« der raumstation3539 in der Georg-Philipp-Gail-Straße bisher nicht ganz fertig. Als Modell für den von der Genossenschaft geplanten Kulturgewerbehof muss er das allerdings auch gar nicht sein. Die Besucher des »Soft Openings«, einer Art inoffiziellen Eröffnung, können sich am Sonntagnachmittag erstmals selbst ein Bild vom Stand der Dinge machen.

Seit dem 1. Juli ist das Projekt im ehemaligen Zentrum der Neuapostolischen Gemeinde angesiedelt. Mindestens zwei Jahre werde es hier bleiben, erzählt Mitinitiator Sönke Müller. In dieser Zeit müsse man schauen, wie die rund 500 Quadratmeter in dem Wohnhaus und der Kirche für Ateliers, Werkstätten, Büros, Co-Working-Plätze, einen Hackerspace und vieles andere mehr nachgefragt, genutzt und mit Leben gefüllt werden. Als besonderes Highlight haben die Genossenschaftler den früheren Kirchenraum zum Eventraum erkoren. Von Workshops über Wohnzimmerkonzerte bis zu Festivals sei auf der Fläche prinzipiell alles möglich, sagt Müller.

Feuerwache Steinstraße im Blick

Kreativität in sämtlichen Facetten wird also gesucht – und ist zum Teil bereits gefunden. Laut Müller gibt es eine ganze Reihe unterschiedlichster Interessenten, die sich gerne im »Prototyp« ansiedeln möchten: »Unsere Liste umfasst eigentlich schon mehr Leute, als wir wahrscheinlich unterbringen können.« Wer am Ende wirklich einzieht, müssten die kommenden Wochen zeigen. Bei der Auswahl der Mieter werde ein Schwerpunkt jedenfalls auf nicht-kommerziellen Initiativen und Gruppen liegen.

Das »Soft Opening« dient dazu, weiteres Publikum anzulocken, Ideen zu sammeln und die eigenen Pläne bekannt zu machen. Im Kirchenraum wartet neben einem Plattenflohmarkt unter anderem ein DJ auf Besucher, während im Garten der »Katerflohmarkt« steigt. Er solle ab sofort etwa alle vier Wochen auf dem Gelände des »Prototyps« stattfinden, berichtet Till Wehrheim von der raumstation3539. Weitere Veranstaltungsreihen werden hinzukommen, sind aber noch nicht spruchreif. Langfristiges Ziel bleibt der Kulturgewerbehof im größeren Maßstab – als »Leuchtfeuer für gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Fortschritt, das seine Funken auf die ganze Stadt überspringen lässt«, wie es im Exposé heißt. Einen Standort dafür hat die Genossenschaft schon im Blick: »Neue Feuerwache« heißt ihre Initiative, mit der sie den städtischen Feuerwehrstützpunkt in der Steinstraße zum Kulturzentrum umfunktionieren möchte.

Bis es so weit ist, werden im Kleinen die notwendigen Erfahrungen für das große Projekt gesammelt. Und ehe das Modell im August auch offiziell eröffnet wird, stehen noch einige Renovierungen in dem Gebäude an. Für die Arbeiten, die immer dienstags zwischen 10 und 16 Uhr, donnerstags zwischen 8 und 18 Uhr sowie am 21. und 28. Juli (jeweils samstags) von 10 bis 16 Uhr durchgeführt werden, freut sich die raumstation3539 noch über Unterstützung.

Unterstützer gesucht

Wer mithelfen möchte, dass der »Prototyp« wie geplant fertig ist, sollte sich vorher kurz anmelden über info@raumstation3539.net oder telefonisch unter 0641-80898987.

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