Stadt Gießen

Mittelalter-Klänge unter dem Metalldach

Es ein Event, das zu einer kleinen Tradition kurz vor Jahresende herangewachsen ist: Zum siebten Mal fand die »Eisheilige Nacht« als abendliches Indoor-Festival statt, wie gewohnt mit den Potsdamer Mittelalter-Rockern von Subway to Sally und weiteren Bands.
21. Dezember 2015, 11:33 Uhr
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Mächtig Spektakel machen die Musiker von Letzte Instanz.

Ab 19 Uhr flackerte das Scheinwerferlicht hektisch durch die hohe Halle, während etwa 2000 Zuhörer, viele von ihnen dunkel gewandet, teils mit Kutten oder langen Mänteln bekleidet, sich zum Preis von rund 40 Euro von den Akteuren auf der Bühne unterhalten ließen, eifrig mitsangen und -klatschten.

Den Anfang bestritt die Bremer Newcomer-Band Versengold mit einem halbstündigen Konzert. Die Gruppe präsentierte größtenteils eingängige Songs, die etwa von Liebe und Gemeinschaft handeln und auch durch den Einsatz von Streichern in mittelalterlich anmutendem Klang daherkommen. Mit Letzte Instanz bespielte anschließend eine Band die Bühne, die eingefleischten Fans der »Eisheiligen Nacht« schon bestens bekannt ist. Die Dresdener sorgten sowohl mit ruhigeren, als auch mit treibenden Parts für Stimmung, wobei der tiefe und inhaltlich mitunter düstere deutschsprachige Gesang, ähnlich wie bei Rammstein, die Klangfarbe maßgeblich prägt.

Während viele Zuhörer die obligatorische Umbaupause nutzten, um sich draußen mit Getränken und Essen zu stärken oder sich am Merchandising-Stand mit Fan-Artikeln einzudecken, machten sich in der Halle die Rocker von Fiddler’s Green aus Erlangen bereit für ihren Auftritt. Die Gruppe bot schnellen, mitreißenden und tanzbaren Irish Folk, für viele Gäste sicher ein Highlight des Abends.

Auch 2016 wird es eisheilig

Den musikalischen Schlusspunkt setzte dann jene Band, deren Name auf den T-Shirts etlicher Zuhörer zu lesen war und die seit jeher die Hauptattraktion der »Eisheiligen Nacht« ist. Die Genre-Pioniere von Subway to Sally gaben eine Kostprobe ihrer berühmt gewordenen, dunklen, melodischen und getragenen Mischung aus Metal und Folk samt traditioneller Instrumente. Sänger Eric Fish alias Erik-Uwe Hecht, der im Oktober 2012 die von ihm und Bandkollegen Bodenski zusammengestellte offizielle Bandbiographie auf den Markt gebracht hatte, war schon zuvor als Ansager auf der Bühne gewesen. Er hatte die Fans durch das Programm geführt und für die anderen Bands geworben.

Auch im kommenden Jahr soll es wieder eine »Eisheilige Nacht« in der Hessenhalle geben, dann vielleicht zur Abwechslung mal bei weihnachtlich kalten Temperaturen. (jwr)

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/Stadt-Giessen-Mittelalter-Klaenge-unter-dem-Metalldach;art71,108207

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