11. Juni 2017, 20:44 Uhr

Mit feiner pädagogischer Ader

11. Juni 2017, 20:44 Uhr
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Von Sascha Jouini
»Maus«-Erfinder Armin Maiwald plaudert mit OB Grabe-Bolz. (Foto: jou)

Zum Auftakt der 8. Bilderbuchtage begrüßte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz am Sonntag beim Augenoptikgeschäft Neusehland zahlreiche Kinder in Begleitung ihrer Eltern und dankte Mitinitiator und Organisator Uwe Lischper. Zu Gast war Armin Maiwald, einer der Erfinder der »Sendung mit der Maus«. Maiwald las zunächst zwei Geschichten aus Susan Krellers Bilderbuch »Schlinkepütz, das Monster mit Verspätung«. Zum Verdruss der anderen Monster ist Schlinkepütz, wie eingangs deutlich wurde, ständig unpünktlich. Diese Unart will er endlich ablegen, nimmt sich etwa vor, rechtzeitig zu einem Arzttermin zu kommen. Indes macht ihm der kaputte Wecker einen Strich durch die Rechnung. Erst als er gar nicht mehr an die Zeit denkt, erscheint er überraschend zu früh zum Spieleabend. In der zweiten Geschichte geht Schlinkepütz ein Lied nicht mehr aus dem Kopf; erfindungsreich versucht er, den Ohrwurm loszuwerden. Zu helfen scheint ihm dabei das Spiel auf der Triangel. Die dazu präsentierten ebenso fantasievollen wie witzigen Illustrationen von Sabine Büchner veranschaulichten lebendig die Geschichten und machten aus der Lesung eine runde Sache. Danach stellte sich Maiwald den Fragen der Kinder zur »Sendung mit der Maus«. Unter anderem erläuterte er, wie aus der Bilderbuch-Maus eine richtige Zeichentrickserie wurde. Am längsten gedreht worden sei an der Geschichte über den Bau eines Flugzeugs. Maiwalds Beiträge haben gerade durch sein Vermögen, schwierige Zusammenhänge leicht verständlich zu vermitteln, hohen Informationswert; dies ließ sich erahnen bei der Geschichte, was Vitamin C bewirkt. Die biologischen Mechanismen im Fernsehen vor Augen zu führen, habe sich als sehr aufwendig erwiesen. Recht einfacher Art war dagegen das Wasserglas-Experiment, das er den faszinierten Besuchern demonstrierte.

Seit 46 Jahren gibt es die Sendung bereits. Anders als heute sei sie bei Lehrern anfangs kaum auf Zustimmung gestoßen, sagte Maiwald. Gewöhnungsbedürftig sei für ihn gewesen, Kinderheld zu sein. Als Vorbild stehe er »ständig unter Beobachtung«; zuweilen würden ihn Leute allein an der Stimme erkennen. Auch mit 77 Jahren könne er sich nicht vorstellen, aufhören zu arbeiten.



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