16. November 2015, 17:03 Uhr

Mit Video: Pfui als Zeichen der Zuneigung

»Seit 20 Jahren machen die das jetzt schon – und werden tatsächlich von Jahr zu Jahr schlechter!« »Eine echte Unverschämtheit, dass die sich wieder in den Ulenspiegel getraut haben!« So lauteten die Reaktionen der allerdings gut aufgelegten Konzertbesucher beim Auftritt von »The Immerechtscheiße« im Ulenspiegel am Samstag.
16. November 2015, 17:03 Uhr
Frontmann Hugo Mehl: Wenn er nicht scheiße singt, guckt er scheiße. (Foto: duh)

Auch in diesem Jahr gab es erneut nicht den geringsten Funken Applaus oder gar ein einziges In-die-Hände-klatschen für die Band um Frontmann Steffen »Hugo« Mehl, deren Fans Buh-Rufe und Ablehnung jedoch mit Liebe und Applaus gleichsetzen. Mit Schlagern von »Bett im Kornfeld« bis »Griechischer Wein« hat die außergewöhnliche Formation ein etwas anderes Repertoire, als die meisten Besucher unter gewöhnlichen Umständen bevorzugen würden. Nichts desto trotz: Zu dem traditionsreichen jährlichen Konzert und zum 20. Geburtstag der heimischen Kultband platzte der Saal im Seltersweg auch dieses Mal wieder aus allen Nähten.

Deutsche Schlager zum Mitsingen

Kaum spielten die Musiker den ersten Tusch, fingen das Gejaule und die Buh-Rufe aus dem Publikum wieder an – und gleichzeitig sangen doch fast alle Konzertgäste die zahlreichen Evergreens mit. Wie passt das zusammen, möchte man fragen. Aber natürlich ist allen klar, dass bei diesem Konzert die Welt etwas auf dem Kopf steht. Die Musik ist »schhhhhlecht«, die Verkleidung um so – naja, schlechter. »The Immerechtscheiße« treffen damit genau in eine Lücke der Kulturlandschaft.

Mit Sprechchören wie »Ihr könnt nach Hause fahr’n“ – und damit ist nur ein Beispiel genannt – heizte das Publikum der Band ein, die sich tatsächlich den ein oder anderen Fehler erlaubte, was jedoch auch ziemlich genau zum Konzept passt. Ihre ausgefallenen Klamotten im Glitzer-Glamour-Look ergänzen sie mit ausfallenden Perücken, Hüten und Sonnenbrillen – quasi als i-Tüpfelchen einer Hommage an die 70er Jahre und die Hochzeit des Schlagers. Insgesamt zwei mal eine Stunde lang spielte »The Immerechtscheiße« – und ist wohl eine der wenigen Bands aus Gießen, bei der nach der Pause noch immer genau so viele Zuschauer im Saal sind wie vorher. duh

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