20. Mai 2019, 22:21 Uhr

Mit Hasenohr und Co. gegen Ödnis

20. Mai 2019, 22:21 Uhr
Gerda Weigel-Greilich und Gerd Hasselbach präsentieren die neuen Saattütchen. (Foto: gl)

Rabatten, Hauswände und Mauern in Gießen werden schon bald in voller Blütenpracht stehen können. Denn die Stadt verteilt seit Montag am Empfang im Rathaus unter dem Motto »Gießen blüht auf« kostenlos Tütchen mit Saatgut an ihre Bürger. Der Inhalt eines Tütchens reicht für jeweils einen Quadratmeter Fläche und enthält bis zu 34 unterschiedliche Sorten einheimischer Blühpflanzen, die bis zu 120 cm hoch werden können. Die ein- bis zweijährigen Blühpflanzen können bis Mitte Juni überall im Siedlungsbereich ausgesät werden und werden dann von Mai bis Oktober blühen - auch in den Folgejahren. Die Aktion »Gießen blüht auf« setzt ein Zeichen gegen den Schwund der Artenvielfalt und das Insektensterben - mit der gewöhnlichen Nachtviole, dem rundblättrigen Hasenohr, dem echten Frauenspiegel oder der gewöhnlichen Hundszunge, um nur die Arten mit den klangvollsten Namen aus der Mischung »Bunter Saum« zu nennen.

34 einheimische Blühpflanzen

Einer, der bereits Samen ausgebracht hat, ist Dr. Eckart Schneider in der Julius-Höpfner-Straße. Er hat in seinem Garten eine rund vier Quadratmeter große Fläche vom Rasen befreit und stattdessen Blumensamen aufgebracht. Nun können sich in den nächsten Monaten der Hausbesitzer, Passanten seines Gartengrundstücks, aber natürlich auch zahlreiche Insekten, an den bunten Blumen erfreuen. Im Spätherbst reicht dann ein Ausschütteln der Samenkapseln und flaches Einrechen des Saatguts, damit auch in den Folgejahren auch dieses Stückchen Gießen aufblüht.

Beim Ortstermin verschafften sich nun Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich und Dr. Gerd Hasselbach vom städtischen Umweltamt einen Eindruck. Weigel-Greilich unterstützt das bunte Vorhaben von Dr. Schneider ausdrücklich und freut sich über Nachahmer. Mit der Idee, anstatt Rasenflächen Blühflächen zu entwickeln oder Schotterrasen zum Blühen zu bringen, hofft die Umweltdezernentin, offene Türen einzurennen. Wohnbaugesellschaften, Bauherren für die Freiflächenplanung oder Schüler für ihren Schulgarten haben bereits Interesse gezeigt. Das städtische Gartenamt hat schon zahlreiche Blühflächen im Stadtgebiet hergestellt, ganz neu eine 5000 Quadratmeter große Fläche am Wiesecker Sellnberg. Und in Lützellinden wurden von Landwirten in den letzten Jahren rund 60 000 Quadratmeter Blühflächen angelegt, die mindestens fünf Jahre Bestand haben. Das Saatgut wird vom Amt für Umwelt und Natur der Stadt aus Mitteln der Ausgleichsabgabe zur Verfügung gestellt. Weiteres Saatgut ist noch vorhanden und kann unter umweltamt@giessen.de angefordert werden.

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