18. Juli 2019, 22:08 Uhr

Mit »Alpha Kilo« in luftiger Höhe

18. Juli 2019, 22:08 Uhr
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Aus der Redaktion
Mit einer Cessna und einer Piper heben die Kinder ab; zuvor bekommen sie viel Wissenswertes über Flugzeuge erzählt und können in den Hallen über 50 Flugzeuge sehen. (Foto: pm)

Insgesamt 15-mal hieß es »Abheben« von der Startbahn des Flugplatzes in Lützellinden, und zwar in einer Piper PA28 und einer Cessna 172. Hinter dem »Steuerhorn« saßen die Piloten Shahram Parsa und Dr. Hans-Peter Reiser mit jeweils drei Kindern aus Gießen und Umgebung. Zuvor hatte der Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, Gerd Klose, die 43 Ferienkarussell-Kinder, ihre Betreuer und mehrere Eltern zu diesem Event begrüßt.

Große Aufmerksamkeit und Staunen herrschte bereits während der theoretischen Unterweisung Kloses, der in einem knapp einstündigen Vortrag die Jungen und Mädchen in die Geheimnisse des Fliegens einwies. Ganz still wurde es, als Klose von der Erfindung des Fluggerätes durch Otto Lilienthal erzählte, der vor 140 Jahren die Störche im Brandenburgischen beobachtete und sich darüber Gedanken machte, warum diese stundenlang in der Luft schweben konnten, ohne einen Flügelschlag zu machen. Die Form der Flügel eines toten und dann präparierten Storches lieferte dem Flugpionier den entscheidenden Hinweis zur Erfindung des Flugzeuges, die bis zum heutigen Tage Bestand haben sollte, sagte Klose.

Ausblick aus 1000 Metern Höhe

Dann wurde ein Rundgang durch die Hallen am Flugplatz gemacht, in denen mehr als 50 Flugzeuge stehen. In manchem Hangar glaubte man, sich in einem Museum zu befinden. Doppeldecker und Ultraleicht-Flugzeuge hingen an der Decke, und ein- und zweimotorige Flugzeuge der verschiedensten Muster standen auf dem Boden. Dann war es so weit. Jeder wollte einmal selbst im Cockpit und vor der gigantischen Instrumententafel mit den vielen Knöpfen und Schalthebeln sitzen. Schon beim Start prasselten viele Fragen auf den Piloten ein.

Gerade mal knapp 400 Meter lang war die Startstrecke für die »Piper« oder die »Cessna«, die mit »70 Knoten« (das entspricht rund 135 km/h) in den etwas bewölkten Himmel abhoben. Dort bot sich den kleinen Passagieren aus etwa 1000 Metern Höhe ein unvergesslicher Anblick. Flugziel war natürlich die Heimatstadt Gießen, und nicht selten entdeckten die Kinder die Häuser ihrer Eltern oder ihre Schule. Selbst die Burg Gleiberg sah aus der Vogelperspektive aus wie ein Spielzeugschlösschen, und die Autos erinnerten eher an die Matchbox-Autos aus der Spielzeugkiste im Kinderzimmer. »Schade, dass jetzt Ferien sind, sonst wären unsere Klassenkameraden unten auf dem Schulhof jetzt ganz schön neidisch auf uns, weil wir gerade über dem Schulhof unserer Schule fliegen«, sagte ein zehnjähriges Mädchen auf dem Kopiloten-Sitz ganz laut.

Während jeweils drei Kinder in der Luft waren, weihte oben im »Tower« Flugleiter Robert Schuchmann, die Kinder in die Geheimnisse des Sprechfunkverkehrs und in das Flieger-Alphabet ein. »Delta Echo Tango Alpha Kilo« heißt es zum Beispiel, wenn der Flieger D-ETAK gemeint ist, der gerade mit drei Kindern in der Luft ist. Besonders cool empfanden es die jungen Besucher, vom Tower aus selbst mit dem Cockpit jenes Flugzeuges sprechen zu dürfen, das gerade mit ihren Alterskameraden über Gießen flog.



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