10. Dezember 2018, 21:32 Uhr

Mit 80 als Arzt im Ausland

10. Dezember 2018, 21:32 Uhr
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Von Lothar Rühl
Der Gießener Mediziner Prof. Heiner Laube bei einem Einsatz in Asien. (Foto: ür)

Dass man mit 80 Jahren noch lange nicht zum »alten Eisen« gehört, hat der Gießener Diabetologe Prof. Heiner Laube bewiesen. Insgesamt fünfmal ist er in diesem Jahr nach Zentral- und Ostasien gereist, um durch Vermittlung des Senior Experten Service (SES) in Bonn sein Wissen anzuwenden. Laube war 40 Jahre lang als Arzt, Wissenschaftler und Universitätslehrer tätig, davon bis zur Pensionierung im Jahr 2003 Professor an der Medizinischen Klinik und Poliklinik in Gießen. Doch statt die Hände in den Schoß zu legen, bringt er seit 17 Jahren sein Können und seine Erfahrung bei Einsätzen in Afrika und Asien ein, unter anderem in Flüchtlingscamps im Libanon, in Äthiopien und Somalia, in den Slums von Manila und Nairobi, oder nach einem Taifun in der philippinischen Stadt Tacloban.

Unter anderem war er auch mit dem humedica-Ärzteteam mehrfach im Ausland. Basismedizinische Arbeit leistete er mit den German Doctors, in deren Hilfsprojekten in Kenia, Indien und auf den Philippinen. Allerdings hat die Organisation eine Altersgrenze von 75 Jahren.

In diesem Jahr ging es mit SES nach Zentral- und Ostasien, wo er vom äußersten Osten Chinas in der Hafenstadt Lianyungang am gelben Meer über Sichuan nach Kasachstan und Usbekistan über eine Entfernung von 5000 Kilometern bis in den äußersten Westen der ehemaligen alten Seidenstraße, nach Ashgabat in Turkmenistan, unterwegs war. Dabei ergab sich für ihn die Möglichkeit in vier Ländern entlang der alten Seidenstraße als Arzt tätig zu sein. Er arbeitete auf Vermittlung von SES und auf Einladung von Universitätskliniken, Lehrkrankenhäusern, Polikliniken und Fachpraxen in den verschiedenen Ländern.

»Auf spezielle Anforderung aus diesen Ländern bestand die Aufgabe dieses Mal vor allem darin, Ärzte und Fachpersonal bei ihrer Tätigkeit in Kliniken bei der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen auf dem Gebiet von Hormonstörungen, Ernährung, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen zu beraten«, so Laube. Zu den Tätigkeiten gehörten dabei der Erfahrungsaustausch und Gespräche mit den einheimischen Ärzten sowie Vorlesungen, Unterricht von Studenten am Krankenbett, die Behandlung von Patienten, die Fortbildung an peripheren Krankenhäusern, die Spezialschulung von Krankenschwestern und die Beratung der Kliniken beim Aufbau von Patientenschulungen. Großes Interesse bestand nach seinen Angaben bei den einheimischen Ärzten vor allem an der Frage, wie im Westen und vor allem in Deutschland das Krankenhauswesen organisiert ist und wie die Kosten gesenkt werden können. Auch ging es darum, wie Probleme einer alternden Gesellschaft in den Griff zu bekommen sind und wie einige Krankheitsbilder auf wissenschaftlichen und klinischen Gebieten interpretiert, vorgebeugt und behandelt werden können.



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