11. August 2010, 20:30 Uhr

Ministranten-Wallfahrt: Beeindruckende Tage in Rom

Gießen (kw). Zweimal 21 Stunden Fahrt im Sonderzug, fünf vollgepackte Tage in Rom und eine Papstaudienz als »absoluter Höhepunkt«: Auf eine gelungene Woche sehen 85 junge Katholiken aus Gießen und Umgebung zurück.
11. August 2010, 20:30 Uhr
»Gebannt und begeistert« waren die Ministranten vor allem von der Generalaudienz mit Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz. (Foto: Bistum Mainz/Matschak)

Sie gehörten zu den 53 000 Ministranten aus aller Welt, die - wie berichtet - sich zur Internationalen Messdienerwallfahrt in Italiens Hauptstadt trafen. »Ein beeindruckendes Erlebnis, das neue Motivation gibt für diesen Dienst in der Kirche«, berichtete auf AZ-Anfrage Gemeindereferentin Tanja Mohr von St. Albertus.

Gemeinsam mit Kaplan Thomas Winter betreute Tanja Mohr acht 12- bis 26-Jährige aus der Albertusgemeinde und Maria Frieden in Heuchelheim. Sie reisten mit einem der beiden Züge nach Rom, die das Bistum Mainz für seine 1500 Teilnehmer zur Verfügung gestellt hatte. Bedenken wegen der langen Zeit auf den Schienen hätten sich schnell zerstreut, erzählt Tanja Mohr: »Schon auf der Hinfahrt wurden Kontakte geknüpft zu Ministranten aus anderen Gemeinden.« Derart vielen anderen Messdienern zu begegnen, sei eine besondere Erfahrung gewesen - gerade für diejenigen aus nicht katholisch geprägten Gegenden. »Es ist ja heutzutage nicht so einfach für Jugendliche, diesen Dienst in der Kirche zu versehen und dazu zu stehen«, weiß die Gemeindereferentin. Der Rom-Aufenthalt habe dazu neue Kraft gegeben.

Die Internationale Ministrantenvereinigung veranstaltet alle vier bis fünf Jahre eine solche Wallfahrt. Sie stand diesmal unter dem Motto »Aus der wahren Quelle trinken«. Die Teilnehmer kamen aus 17 Nationen; die allermeisten davon, nämlich 45 000, aus Deutschland. Bei der letzten Veranstaltung 2001 waren es 35 000 Mädchen und Jungen aus Deutschland, 1100 davon aus dem Bistum Mainz. Insgesamt versehen in den Gemeinden des Bistums über 10 000 Jugendliche Dienst als Ministranten.

Zu den Höhepunkten gehörte das internationale Programm auf dem Petersplatz. Bei der Generalaudienz mit Papst Benedikt XVI. verwandelten zehntausende Jungen und Mädchen den Platz in ein buntes Tüchermeer. Die Gießener standen zwar »ziemlich weit hinten«, erläutert Tanja Mohr. Dennoch seien sie »gebannt« gewesen, als sie das katholische Kirchenoberhaupt »live« sahen. Der Papst habe den Großteil seiner Ansprache auf Deutsch gehalten. »Begeistert« und »sprachlos« seien die jungen Christen gewesen.

Besonders die spirituellen Angebote hätten die Jugendlichen angesprochen, etwa die Gottesdienste und »Abendimpulse«. Auf dem Programm der Teilnehmer aus dem Bistum Mainz stand außerdem eine Sieben-Kirchen-Wallfahrt auf einem alten Pilgerweg. Beim Abschlussgottesdienst für sie dankte der Mainzer Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr den Messdienerinnen und Messdiener für ihren Dienst, vor allem denen, die mit der Wallfahrt daraus ausscheiden.

Eine positive Bilanz zogen auch die Verantwortlichen aus dem Bistum. »Eine bereichernde Erfahrung« sei die Wallfahrt für die jungen Katholiken, sagt der für Jugendseelsorge zuständige Neymeyr. Das habe sich herumgesprochen. »Mit drei Reisebussen haben wir angefangen, jetzt ist es von den Teilnehmerzahlen her die größte Diözesanwallfahrt geworden.«Die Organisatoren hätten »ein tolles Engagement« gezeigt. Diözesanjugendseelsorger Pfarrer Markus W. Konrad ergänzt: »Für die Jugendlichen ist es wichtig, ihren Glauben in großen Gruppen zu erleben. « Pastoralreferent David Hüser, der als Referent für Ministrantenarbeit in der Diözese die Wallfahrt verantwortet hat, zeigt sich überzeugt, dass die Wallfahrt den Jugendlichen spirituelle Impulse gegeben habe, die sie in ihre Gemeinden tragen werden. Mit dem Zug zu fahren, sei eine gute Entscheidung gewesen.

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