06. Dezember 2017, 20:56 Uhr

Millionen für Forschung

06. Dezember 2017, 20:56 Uhr
Katja Sträßer

In Genen enthaltene Informationen zum Leben erwecken – auf diesem Gebiet der Genexpression forscht Prof. Katja Sträßer. Und dafür wird die Gießener Biochemikerin in den kommenden fünf Jahren mit zwei Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat (ERC) gefördert. Die hoch dotierte und begehrte EU-Forschungsförderung kommt dem Projekt »Nuclear mRNA Packaging and mRNP Architecture« zugute. Sträßer ist seit dem Jahr 2014 Professorin am Institut für Biochemie der Justus-Liebig-Universität .

Der ERC fördert hervorragende Wissenschaftler, die in visionären Projekten neue Wege in der Grundlagenforschung beschreiten wollen. Diese Forschungsförderung gilt als die höchste wissenschaftliche Auszeichnung auf europäischer Ebene. Einziges Förderkriterium ist die wissenschaftliche Exzellenz. Mit ihrem Projekt will Sträßer dazu beitragen, bislang noch völlig unbekannte Vorgänge zu erforschen.

Man weiß bislang, dass die Gene »abgelesen« werden und eine Boten-RNA, auch »messenger RNA« oder kurz mRNA produziert wird. Sie bringt die Information der proteinkodierenden Gene, die im Zellkern aufgehoben werden, in das Zytoplasma. Im Zytoplasma wird die in der mRNA enthaltene Information abgelesen und ein Protein produziert. Die mRNA muss bereits während ihrer Herstellung im Zellkern von Proteinen verpackt werden: ein mRNP (Boten-Ribonukleoprotein) entsteht.

Diese Verpackung durch Proteine ist für die Stabilität der mRNA, für ihren Export aus dem Zellkern und oft für ihre Funktion im Zytoplasma wichtig. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Mutationen in den Proteinen, die die mRNA verpacken, zu Krankheiten führen. Jedoch ist nach wie vor unbekannt, wie diese Proteine an die mRNA binden und wie ein mRNP aussieht. Das wollen Sträßer und ihr Team mithilfe moderner biochemischer Hightech-Methoden herausfinden.

JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee gratulierte der Wissenschaftlerin, und freute sich darüber, »dass sie mit ihren exzellenten Leistungen in der Genforschung einen der begehrten Consolidator Grants an die Universität Gießen holen konnte«. (Foto: pm)

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