17. Februar 2017, 20:29 Uhr

Migranten werden Unternehmer

17. Februar 2017, 20:29 Uhr
Unternehmensgründerin Martina Tibenska (l.) übergibt Minister Tarek Al-Wazir eine Torte in Form des Landtags. Der aus Frankreich stammende Gießener Frank Winter (r.) schaut zu. Er vertreibt dank des Seminars nun Spirulina-Algen. (Foto: Schepp)

Gießen (srs). Martina Tibenska zaubert Kunstwerke aus Zucker: Torten, die täuschend echt wie Violinen oder Zirkuszelte aussehen. In wenigen Wochen eröffnet sie ihr eigenes Geschäft: »Cake Art«. Ermutigt zu diesem Schritt in die Selbstständigkeit wurde die Slowakin durch ein kostenfreies Gründer-Seminar im Gießener Rathaus, speziell für Menschen mit Migrationshintergrund. Am Freitag hat Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir das Schulungsprojekt besucht. »In Deutschland wird jedes fünfte Unternehmen von Migranten ins Leben gerufen«, hob der Minister hervor. »In Hessen sind es sogar noch etwas mehr.« Umso wichtiger seien derartige Hilfsangebote, um Menschen beispielsweise mit sprachlichen Hürden auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten. »Ohne Gründungen wird eine Wirtschaft instabil«, betonte Al-Wazir weiter.

Die Initiative »Migranten werden Unternehmer« der Peter-Fuld-Stiftung wurde vor sieben Jahren ins Leben gerufen. Mitglieder des Vereins »Wirtschaftspaten« leiten die Teilnehmer in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung der Stadt in den Seminaren dazu an, einen Business-Plan zu erstellen. Außerdem geben sie Existenzgründern Tipps aus der Praxis. 225 Menschen haben das Seminar inzwischen besucht. »Nicht alle haben auch ein Unternehmen gegründet«, erklärt Helmut Eikelmann von den »Wirtschaftspaten«. Aber das Ziel sei: »Wir wollen über die Chancen und Risiken der Unternehmensgründung hinweisen.

»Ich ziehe mich manchmal verschüchtert zurück«, berichtet Torten-Künstlerin Tibenska. Das Seminar aber habe sie bestärkt, ein eigenes Geschäft zu gründen. »Ich hätte mich sonst nicht getraut.« Der Franzose Frank Winter erzählt ebenfalls, ihm habe das Seminar Mut gemacht. Der Biologe vertreibt jetzt Spirulina-Algen, angebaut in Hessen, als Energyyrink. Auch Stadtrat Peter Neidel lobt die Bildungsinitiative. »Jeder dritte Bürger der Stadt hat einen Migrationshintergrund. Haben Migranten Erfolg, bedeutet das auch einen Erfolg für Gießen.«

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