28. März 2019, 22:11 Uhr

Mieterverein fungiert als Streitschlichtungseinrichtung

28. März 2019, 22:11 Uhr

Die Jahreshauptversammlung des Mietervereins begann mit einem Referat der Leiterin der Gießener Verbraucherzentrale, Susanne Pertermann, zum Thema »Welche Versicherungen sollte ein Mieter haben?« Sie erläuterte die Bedeutung der beiden sinnvollen Versicherungen Haftpflicht und Hausrat.

Anschließend berichtete der Vereinsvorsitzende, Stefan Kaisers, in seinem Geschäftsbericht für die Jahre 2017/18 über die Entwicklung bei den Mitgliederzahlen. Man freue sich, mit über 5199 Mitgliedern nach den Großstadt-Vereinen der fünftgrößte Mieterverein in Hessen zu sein. Es werde aber zunehmend schwerer, neue und vor allem jüngere Mitglieder an den Verein zu binden. Kaisers bedauerte die hohe Fluktuation. Mietervereine seien in ihrem Selbstverständnis keine »Mietberatungs-GmbH«, sondern Solidar- und Selbsthilfegemeinschaften, in der sich jedes Mitglied an der Lösung seines Problems angemessen zu beteiligen habe. Neben der Rechtsberatungsarbeit habe ein Mieterverein die wichtige Aufgabe, die miet- und wohnungspolitischen Interessen der Mieterschaft in der Öffentlichkeit zu vertreten und kommunalpolitisch darauf zu drängen, dass die Mieterbelange ausreichend berücksichtigt werden.

Jede zweite Abrechnung fehlerhaft

Kaisers führte aus, dass man im letzten Jahr rund 3800 Rechtsberatungen durchgeführt habe und damit die größte außergerichtliche Streitschlichtungseinrichtung Gießens sei. Im Mittelpunkt der Arbeit stehe die Erhaltung des Rechtsfriedens und die Vermeidung von unnötigen Mietrechtsprozessen. Leider nähmen Streitigkeiten um die Heiz- und Betriebskosten immer mehr zu, was in Zeiten weiter steigender Energiekosten und nicht verwunderlich sei. »Jede zweite Abrechnung ist nach unseren Erfahrungen fehlerhaft«, sagt Kaisers. Auch Mieterhöhungen und Kündigungen wegen Eigenbedarf hätten zugenommen.

Bei den Wohnungsmängeln stünden Schimmelprobleme an der Spitze. Auch das Problem der »angemessenen Wohnkosten« im Rahmen der Hartz-Reform sei ein Thema. Bezogen auf die lokale Wohnungsmarktsituation erklärte der Vorsitzende: »An der angespannten Wohnungsversorgungssituation hat sich nichts geändert, zumal die geplanten neuen Sozialwohnungen erst in drei Jahren auf den Markt kommen werden. Es ist unverändert ein auffälliger Mangel an kleinen und bezahlbaren Wohnungen feststellbar.« Ein wichtiger Grund sei, dass immer mehr Sozialwohnungen aus der Preisbindung fielen.

Bei den Wahlen zum Vorstand wurden Vorsitzender Stefan Kaisers sowie seine Stellvertreter Heimo Klemm und Susanne Eue im Amt bestätigt.

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