29. Juli 2019, 21:32 Uhr

Mieterverein fordert »cooles Gießen«

29. Juli 2019, 21:32 Uhr

Die Hitzewochen dieses Sommers zeigen, dass der Klimawandel längst auch in Gießen angekommen ist. Eine Kita am Schlangenzahl hat bereits vor den Ferien wegen Hitze im Gebäude die Nachmittagsbetreuung ausfallen lassen, weil offenbar Gesundheitsgefahr für Kinder und Erzieher bestand. »Die Hitze von weit über 30 Grad Celsius ist in vielen Teilen der Stadt nur schwer erträglich. Die immer dichtere Innenstadtbebauung sorgt dafür, dass Beton und versiegelte Böden die Wärme speichern und sie erst langsam an die Umgebung abgeben«, schreibt der Mieterverein. Deshalb müsse die Stadt schnell initiativ werden.

»Da geht es zum Beispiel um das Erkennen von Frischluftschneisen - wo kommt frische kühle Luft in die Stadt hinein. Aber solche Bereiche dürfen dann nicht weiter zugebaut werden«, warnt der Mietervereinsvorsitzende Stefan Kaisers, und er schlägt folgende Einzelmaßnahmen vor, die Abhilfe schaffen können gegen die Hitze in der Stadt :

Die Stadt muss schnell viele neue trockenresistente Bäume (500 pro Jahr) entlang der Straßen pflanzen, über die notwendigen Ersatzpflanzungen hinaus. Die Bäume werden, wenn sie einmal gewachsen sind, Schatten spenden und zudem Kühlung bringen aufgrund der Abgabe von Feuchtigkeit.

Vor allem mehr Grünflächen/Parkanlagen helfen dabei, die Stadt kühler zu halten, die Hitzeinseln abzukühlen. Die bilden sich dort, wo es viele versiegelte Flächen gibt. Da helfen Schatten, viele Bänke, aber auch Wasseranlagen. So kann man Schatten mit Hilfe von Pergolen oder freistehenden Rankelementen schaffen.

Aufenthaltsplätze sind einzurichten, wo es Nebelduschen und Trinkbrunnen mit Sprühnebelfunktion gibt, bei denen Wasser zerstäubt wird. Die kleinen Wassertröpfchen senken die Umgebungstemperatur um bis zu elf Grad Celsius und reinigen die Luft.

Das anlässlich der Landesgartenschau gescheiterte Förderprogramm zur Fassaden- und Dachbegrünung als natürliche Klimaanlagen auf/an Häusern muss aktiviert werden. Die Stadt sollte da endlich mit gutem Beispiel an ihren Gebäuden vorangehen.

Auch Überdachungen können helfen, damit sich Fußgänger und Radfahrer im Sommer an überhitzten Straßenkreuzungen entspannt aufhalten können und nicht an einer roten Ampel von der Sonne »gebraten« werden.

Je weniger Asphalt und versiegelte Flächen, desto besser kann die Stadt »atmen«, also Hitze aufnehmen, kühlend wirken und auch die heftigen Regengüsse bei Unwettern auffangen. Parkflächen müssen deshalb zugunsten von Staudenbeeten oder ähnlichem deutlich reduziert werden.

Die Wohnungen sollten beschattet werden, etwa mit viel mehr außenliegende Rollläden oder Jalousien. Es ist sehr wichtig, dass man sich im Innenraum wohlfühlen kann, dass es Rückzugsmöglichkeiten gibt, wo man es angenehm hat.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Erzieher
  • Gesundheitsgefahren und Gesundheitsrisiken
  • Gießen
  • Mietervereine
  • Stefan Kaiser
  • Gießen
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos