Stadt Gießen

Meteorologe Fuchs: »Es liegt an uns«

Über hundert kleine Deutschlandkarten leuchteten am Donnerstagmorgen von der Bühne des Stadttheaters in den dunklen Zuschauerraum. Die meisten der Karten - jede bildete die Temperatur eines Jahers in den letzten gut 100 Jahren ab - waren hellgrau und blau, nur die letzten, die die Jahre seit 2000 abbildeten, waren orangefarben und rot. »Sie sehen: es wird immer röter und heißer«, erklärte der Wetterforscher Tobias Fuchs, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltberatung beim Deutschen Wetterdienst. Sein Referat leitete den Hessischen Fördertag der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (Wi-Bank) ein, der diesmal in Gießen stattfand und unter dem Motto »Klimaschutz made in Hessen« stand.
22. September 2019, 20:38 Uhr
Burkhard Möller
ARD-Wetterfrau Claudia Kleinert befragt Staatssekretär Philipp Nimmermann (l.) und WI-Banksprecher Gottfried Milde.
ARD-Wetterfrau Claudia Kleinert befragt Staatssekretär Philipp Nimmermann (l.) und WI-Banksprecher Gottfried Milde.

Über hundert kleine Deutschlandkarten leuchteten am Donnerstagmorgen von der Bühne des Stadttheaters in den dunklen Zuschauerraum. Die meisten der Karten - jede bildete die Temperatur eines Jahers in den letzten gut 100 Jahren ab - waren hellgrau und blau, nur die letzten, die die Jahre seit 2000 abbildeten, waren orangefarben und rot. »Sie sehen: es wird immer röter und heißer«, erklärte der Wetterforscher Tobias Fuchs, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltberatung beim Deutschen Wetterdienst. Sein Referat leitete den Hessischen Fördertag der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (Wi-Bank) ein, der diesmal in Gießen stattfand und unter dem Motto »Klimaschutz made in Hessen« stand.

Kommunen entscheiden

Vor allem die Kommunen sollten angesprochen werden, im Publikum saßen mehrere Bürgermeister aus dem Kreisgebiet, später diskutierte Landrätin Anita Schneider in einem Fachforum mit. »Am Kabinettstisch kann man viel beschließen, entschieden wird die Klimafrage aber in den Kommunen«, verdeutlichte Wi-Bank-Sprecher Gottfried Milde in einer Auftaktrunde, die von der ARD-Meteorologin Claudia Kleinert moderiert wurde. Auch sie nehme bei ihrer Arbeit positiv wahr, »dass sich das Denken ändert«, sagte Kleinert.

Den Pfad zur Klimaneutralität in Hessen beschrieb Staatssekretär Philipp Nimmermann, der den angekündigten Minister Tarek Al-Wazir vertrat. Bis 2030 soll es 55 Prozent weniger Kohlendioxid-Emissionen geben, zehn Jahre später soll dieser Wert auf bis zu 85 Prozent gestiegen sein, ehe Industrie, Konsum und Verkehr 2050 in Hessen ohne Ausstoß von Treibhausgasen stattfinden sollen. »Erkenntnis gewinnen, Verantwortung übernehmen und handeln«, laute die Maxime der Landesregierung, erklärte Nimmermann.

Meteorologe Fuchs präsentierte Klimamodelle, die für Hessen bis zum Ende des Jahrhunderts von einem Temperaturanstieg zwischen zwei und sechs Grad ausgehen. Wenn nicht gehandelt werde, kämen vor allem auf die dicht bebauten Städte »Riesenprobleme« zu, betonte Fuchs und fügte hinzu: »Es liegt an uns.« (Foto: Schepp)

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/Stadt-Giessen-Meteorologe-Fuchs-Es-liegt-an-uns;art71,629589

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