30. April 2008, 10:44 Uhr

Mensen bieten kostenloses Kinderessen an

Gießen (si). In den Mensen des Studentenwerks Gießen können die Kinder von Studierenden im Alter bis zu zwölf Jahren ab sofort kostenlos zu Mittag essen. Einzige Voraussetzung: Wenigstens ein Elternteil muss ein vollwertiges Hauptgericht bestellen und bezahlen.
30. April 2008, 10:44 Uhr
Auch wenn der Blick von Emma-Luise noch kritisch ist: Am Ende war der Teller der Zweijährigen leer. Auch die Eltern Catherine Wolf und Sebastian Weber finden das Angebot gut. (Foto Schepp)

Gießen (si). In den Mensen des Studentenwerks Gießen können die Kinder von Studierenden im Alter bis zu zwölf Jahren ab sofort kostenlos zu Mittag essen. Einzige Voraussetzung: Wenigstens ein Elternteil muss ein vollwertiges Hauptgericht bestellen und bezahlen. Der Berechtigungsschein wird gegen Vorlage des Studierendenausweises und der Geburtsurkunde des Kindes ausgestellt, er gilt dann jeweils für ein Jahr. An der Justus-Liebig-Universität und der Fachhochschule Gießen-Friedberg gebe es rund 1000 Studierende mit Kindern, sagte Studentenwerks-Geschäftsführer Ralf Stobbe gestern. Sie wolle man gezielt unterstützen. Dies sei ein weiterer Schritt zur »kinderfreundlichen Hochschule«.

Studentenkinder mussten bisher faktisch den gleichen Preis für ein Essen zahlen wie ihre Eltern. Einzige Ausnahme waren Nudeln mit Soße, die zum Vorzugspreis von einem Euro ausgegeben wurden. Das kostenfreie Mittagessen bezieht sich nun auf alle Gerichte, sie werden in halben Portionen ausgegeben. Auch eigene Kreationen - wie Reis mit Gemüse, ohne Fleisch - sind möglich. Serviert wird auf einem echten »Kinderteller« - abgebildet ist ein strahlender Wicht, der begeistert seine Pasta isst. Kinder von Bediensteten können ab jetzt zwar nicht kostenlos, doch zum Vorzugspreis von 2 Euro speisen. Kinder von »externen« Gästen zahlen 2,50 Euro. Das entspricht ungefähr dem Preis, der auch in vielen Kindertagesstätten verlangt wird.

Die Studentenwerke hätten den gesetzlichen Auftrag, studentische Eltern zu unterstützten, sagte Stobbe. Diese studierten unter besonders schwierigen Bedingungen, viele hätten auch größere finanzielle Probleme als andere Kommilitonen. Mit dem kostenlosen Essen wolle man sie nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch entlasten. Schließlich sei es weniger aufwendig, nach der Vorlesung in die Mensa zu gehen, als nach Hause, um dort für das Kind zu kochen. Das Gießener Studentenwerk ist laut Stobbe das erste in Hessen mit einem solchen Angebot und bundesweit das vierte.

Finanziert wird das kostenlose Kinderessen unter anderem aus dem Sozialbeitrag, den alle Studierenden jeweils zu Semesterbeginn zahlen müssen und von dem ein Teil an das Studentenwerk weitergeleitet wird. Einen Beitrag leisten auch die externen Gäste, für die das Mensa-Essen im Laufe des vergangenen Jahres deutlich teurer geworden ist. Sie zahlen jetzt einen Aufschlag von 2,50 Euro pro Hauptgericht, das ist deutlich mehr als bei den übrigen vier hessischen Studentenwerken in Darmstadt, Frankfurt, Marburg und Kassel. Auch die Hochschulbediensteten entrichten beim Studentenwerk Gießen mit zwei Euro den landesweit höchsten Zuschlag; die übrigen Studentenwerke verlangen von ihnen maximal 1,20 Euro.

Den Berechtigungsschein für das kostenlose Mittagessen gibt es in der Abteilung Beratung und Service des Studentenwerks, Otto-Beha- ghel-Straße 25, Raum 18, zu den üblichen Öffnungszeiten.

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