08. Juni 2018, 22:13 Uhr

Mehr Geld für Tagesmütter

08. Juni 2018, 22:13 Uhr

Die Zahl der Tagesmütter und -väter sinkt. Und die noch Vorhandenen nehmen häufig lieber Kinder aus dem Umland auf als solche aus der Stadt, weil sie vom Kreis mehr Geld bekommen. Dieses Phänomen hat die Stadt in den letzten Jahren verstärkt beobachtet. Nun will sie gegensteuern und Tagespflegepersonen für die Betreuung kleiner Gießener besser bezahlen. Für geringer verdienende Eltern sollen dennoch die Beiträge sinken; wohlhabendere Familien werden stärker zur Kasse gebeten.

Entlastung für Geringverdiener

Das sieht die Neufassung der Kindertagespflegesatzung der Stadt vor, die der Sozialausschuss jetzt gebilligt hat. Pro Kind und Betreuungsstunde sollen Tagesmütter demnach ab 1. August 1,15 Euro von der Stadt erhalten statt 85 Cent. Dieser Satz hat sich seit 2006 nicht erhöht. Seitdem seien die Lebenshaltungskosten gestiegen, heißt es in der Vorlage.

Vor allem gelte es, Plätze zu erhalten und neue Anbieter zu gewinnen, die die Tagespflege nicht nur als vorübergehende Zuverdienstmöglichkeit, sondern als dauerhafte Tätigkeit betrachten. In den letzten Jahren kamen (wie berichtet) Qualifizierungskurse mangels Interesse mehrfach nicht zustande, oder die gerade Geschulten entschieden sich dann doch gegen die Kinderbetreuung.

Die Elternbeiträge werden analog zu denen der Kindertagesstätten verändert. Dabei setzt die Stadt bewusst sozialpolitische Akzente. Familien mit hohem Einkommen zahlen ab August oft mehr, Alleinerziehende und Geringverdiener weniger oder gar nichts mehr für die Kinderbetreuung.

FDP und AfD enthielten sich bei der Abstimmung. Für die Liberalen kritisierte Klaus-Dieter Greilich, nur ein Drittel der Eltern werde entlastet. Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) wies darauf hin, dass die Stadt mit gut 62 000 Euro Mehrbelastung für ihre eigene Kasse rechnet, die Erhöhung also nicht komplett auf die Familien abwälze.

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