25. Januar 2009, 23:48 Uhr

Martinshof-Einweihung mit zwei Gottesdiensten

Gießen (srs). Der Bau des in hellen Farben erstrahlenden neuen Martinshofs ist bereits seit Ende Oktober fertiggestellt. Seit dem vergangenen Wochenende nun ist er gänzlich mit Leben gefüllt. Am Samstag feierten die Mieter und Eigentümer des Gesundheitszentrums Martinshof die Einweihung des Gebäudes, am Sonntag eröffnete die katholische Gemeinde St. Bonifatius ihre neuen Räumlichkeiten.
25. Januar 2009, 23:48 Uhr

Gießen (srs). Der Bau des in hellen Farben erstrahlenden neuen Martinshofs ist bereits seit Ende Oktober fertiggestellt. Seit dem vergangenen Wochenende nun ist er gänzlich mit Leben gefüllt. Am Samstag feierten die Mieter und Eigentümer des Gesundheitszentrums Martinshof die Einweihung des Gebäudes, am Sonntag eröffnete die katholische Gemeinde St. Bonifatius ihre neuen Räumlichkeiten - mit Glockengeläut, Grußworten und gleich zwei großen Gottesdiensten in der Bonifatiuskirche. Zahlreiche Gratulanten erinnerten an die Historie des Martinshofs und verliehen ihrer Freude darüber Ausdruck, dass das lange Jahre brach liegende Grundstück wieder ins Blickfeld der Stadt gerät. Bonifatius-Pfarrer Hermann Josef Zorn rief gar einen im US-Wahlkampf bemühten Leitspruch aus: »Yes, we can«, erklärte er stolz. »Ja, wir können.«

»Um das Jahr 2000 herum«, erzählte der Pfarrer am Samstag, »hat die Bonifatius-Gemeinde mit dem Gedanken an ein ähnliches Projekt gespielt, wie es jetzt verwirklicht ist.« Dies sei damals jedoch nicht zu finanzieren gewesen. »Die bischöfliche Ordinariatsverwaltung hat an der richtigen Stelle nein gesagt - und an der richtigen Stelle ja. « Dann nämlich, als das St. Josefs-Krankhaus die Idee aufgriff. Es vereinbarte mit Bonifatius den im März 2006 erfolgten Kauf des Grundstücks, im Gegenzug ist die katholische Gemeinde Teileigentümer eines 250 Quadratmeter großen Bereichs im ersten Obergeschoss des Gesundheitszentrums. »Der Raum für uns ist verkleinert, aber vielseitig verwendbar«, betonte Zorn, der die Einweihung »mit großer Freude und innerer Bewegung« feierte.

Das Gesundheitszentrum beherbergt auf sechs Etagen unter anderem Allgemeinmediziner, Ärzte für Frauenheilkunde und Physiotherapeuten. Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann weihte am Samstag jede einzelne Einrichtung in dem Gebäude ein. »Wir segnen keine Steine und Mauern, sondern Menschen«, hielt der Generalvikar in seinen Predigten am Samstag und am Sonntag fest. Das Nebeneinander von Arztpraxen und Gemeinderäumen sei ein geeignetes Arrangement. »Denn Frömmigkeit ohne Nächstenliebe gibt es nicht«, sagte er. Mit der Einweihung des Gesundheitszentrums sei die »Hilfe am Leib und am Glauben« zu feiern. Die Eröffnung der Räume der Gemeinde St. Bonifatius sei darüber hinaus ein Zeichen »für den Glauben, dass die katholische Kirche in Gießen Zukunft hat.« Insbesondere die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde sollten das neue Zentrum als »Heimat« verstehen.

16 der 19 Mieteinheiten in dem Gesundheitszentrum seien inzwischen belegt, berichtete der Geschäftsführers des St. Josefs-Krankenhauses, Andreas Leipert. Der neue Martinshof sei »eine ideale Ergänzung zu unserem Krankenhaus-Standort.« Das Bauen inmitten der Stadt indessen sei »eines der letzten Abenteuer unserer Zivilisation.« Architekt Dieter Renth und Diplomingenieur Dietmar Scholz erinnerten an die elfmonatige Bauzeit. Das Budget habe etwas unter sieben Millionen Euro gelegen, berichtete Renth. »Das ist weitgehend eingehalten worden.« Bei der Stadt sei man immer auf offene Ohren gestoßen, lobte er. Das Gebäude sei für zukünftige Entwicklungen und Veränderungen gewappnet - dank eines nichttragenden Wändesystems

Grußworte am Sonntag sprachen zwei Vorgänger von Pfarrer Zorn, Horst Schneider und Kurt Peter Lohner, der den Wunsch äußerte, »dass die Einheit in der Vielheit der alten und neuen Räume« entlang der Liebigstraße erhalten bleibe. Dekan Januarius Mäurer richtete den Blick auf die Vergangenheit. »Denken wir doch nur einige Jahre zurück und blicken dann auf das Gebäude. Da stand doch diese graue Bude.«

Träger des Gesundheitszentrums ist die gemeinnützige Gesellschaft der Kongregation der Niederbrönner Schwestern vom Göttlichen Erlöser, TGE. Mehrere Schwestern warenzugegen. »Stein und Mörtel bauen ein Haus. Geist und Leben schmücken es aus«, erklärte Provinzoberin Marie Petra Beck in einem Grußwort.

Ansprachen hielten auch Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann, der Inhaber der Apotheke im Martinshof Thorsten Junk, Prof. Fritz Lampert vom Vorstand der Balserischen Stiftung, der Leiter des katholischen Pfarreienverbunds, Hermann Heil, Vertreter der kroatischen, der Albertus- und der Lukasgemeinde, der evangelischen Gemeinde Kleinlinden, der Katholische Hochschulpfarrer Siegfried Karl sowie Joachim Tschakert und Eva Hofmann vom Caritasverband der Stadt, der im Gesundheitszentrum eine Krabbelgruppe für zehn Kinder zwischen einem und drei Jahren unterhält. Momentan sei der Besuch nur Kindern aus dem Stadtbereich möglich, berichtete Tschakert. »Es wäre zu wünschen, dass auch Mitarbeiter im Haus, die im Kreis wohnen, ihre Kleinen dort abgeben könnten.«

Für die musikalische Begleitung sorgten am Wochenende Kinder der Kindertagesstätte St. Vinzenz, der Chor »um Himmelswillen«, Nele Pellekoorne, Dr. Anita Kolbus und Maria Jensch sowie das Trio Stephan Ehler, Dominik Berliner und Maria Pelka. Wolfgang Schreier moderierte das Programm am Sonntag.

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