06. Januar 2011, 18:02 Uhr

Lob für »hervorragende Arbeit« in Afghanistan

Gießen (fd). Vietnam, Irak, zuletzt vielleicht auch WikiLeaks: »Unsere Freundschaft musste so manche Krise überstehen«, beschrieb Edward M. Alford das Verhältnis zwischen den USA und Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten. Beim Neujahrsempfang der »Brücke«, dem deutsch-amerikanischen Club aus Gießen und Wetzlar, wagte der US-Generalkonsul aus Frankfurt im Hotel Köhler einen Blick auf die momentane Weltlage aus Sicht seines Landes.
06. Januar 2011, 18:02 Uhr
»Besser als vor sieben Jahren« sei das deutsch-amerikanische Verhältnis, sagte Edward Alford. (Foto: fd)

Ob Wirtschaft, Außenpolitik oder Umweltschutz: »Es gibt noch viel zu tun, aber wir gehen Schritt für Schritt einen guten Weg«, äußerte sich Alford vorsichtig optimistisch für das gerade begonnene Jahr 2011.

»Das ist eine wertvolle Sache«, lobte der US-Generalkonsul die Arbeit der »Brücke« und verwies etwa auf den Studierendenaustausch, der vom deutsch-amerikanischen Club seit Jahren organisiert wird. Über die lobenden Worte freute sich unter anderem Roger Schmidt als Vorsitzender des Vereins: »Wir setzen unser kleines Zeichen für die deutsch-amerikanische Verständigung«, blickte er mit Stolz auf die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre zurück - seit 60 Jahren gibt es den Verein.

In seiner Gastrede stellte Alford den Deutschen aber auch mit Blick auf die Außenpolitik ein positives Zeugnis aus und verwies etwa auf die Rolle in Afghanistan: »Dort machen die deutschen Soldaten und Aufbauhelfer eine hervorragende Arbeit.« Generell sei das Verhältnis zwischen beiden Ländern glücklicherweise wieder besser als noch vor sieben Jahren. Und innerhalb der USA messe die Bevölkerung außenpolitischen Problemen zur Zeit ohnehin weniger Bedeutung zu als innenpolitischen: »Die meisten US-Bürger würden den Krieg im Irak wahrscheinlich lieber heute als morgen beenden, aber der Protest war nie vergleichbar mit der Zeit während des Vietnamkriegs.«

Innenpolitisch sah er allerdings großen Handlungsbedarf für die US-Regierung: So hatten doch in den vergangenen zwei Jahren rund 8,5 Millionen US-Bürger durch die Wirtschaftskrise ihre Arbeit verloren. »Momentan sind wir auf dem Weg der Besserung, aber es bleibt noch viel zu tun«, so Alford. Wie man eine solch schwierige Lage meistert, das könne man auch von Deutschland lernen: »Was hier für den Mittelstand getan wird, daran müssen wir uns in den USA ein Beispiel nehmen.« Hier sei ein Erfolg für die US-Regierung nicht hoch genug einzuschätzen, denn letztlich hänge auch die Wiederwahl Barack Obamas vorrangig von der wirtschaftlichen Lage des Landes ab. »Die Popularität von Regierungen in demokratischen Staaten ist letztlich abhängig von der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen. Nur in Deutschland erleben wir momentan eine Ausnahme von dieser Regel«, bemerkte Alford.

In Bezug auf den Umweltschutz wollte der Generalkonsul seiner Regierung ein gewisses Bemühen nicht absprechen: »Es geht voran. Auch beim Klimagipfel in Cancun spielten die USA eine konstruktive Rolle.« Innerhalb der USA seien es vor allem die Regierungen der einzelnen Bundesstaaten, die mit eigenen Regelungen den Umweltschutz vorantrieben. Insbesondere Kalifornien, wo etwa bestimmte Autos wegen ihren hohen Schadstoffausstoßes gar nicht erst verkauft werden dürften, sei hier positiv zu herauszuheben. Die Richtung, welche die USA in Sachen Umweltschutz eingeschlagen habe, sei eine gute und müsse unbedingt weitergegangen werden.

Was die Zukunft bringe, das könne man aber letztlich einfach nur abwarten: Zur Zeit sei die US-Regierung in ihren Möglichkeiten aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Land eher eingeschränkt. Das könne sich schnell ändern, müsse es aber nicht, meinte Alford.



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