11. Januar 2018, 19:00 Uhr

LZG-Programm

Literatur-Stars in Gießen: Von Max Goldt bis Angelika Klüssendorf

Um traumatische Kindheiten, ein sensationelles Wunderkind und spektakuläre Biografien geht es im neuen Programm des Literarischen Zentrums. Eintrittskarten sind ab sofort erhältlich.
11. Januar 2018, 19:00 Uhr
Max Goldt liest am Freitag, 19. Januar, im Rathaus eine Auswahl seiner Texte. Es gibt noch Karten. (Foto: Axel Martens)

James William Sidis war ein Wunderkind und Exzentriker, der Anfang des 20. Jahrhunderts als »Wunderjunge von Harvard« in den Vereinigten Staaten große Bekanntheit erlangte und intelligenter als Albert Einstein oder Leonardo da Vinci gewesen sein soll. Seine heute weitgehend vergessene Lebensgeschichte erzählt Klaus Cäsar Zehrer in seinem Debütroman »Das Genie«, mit dem er am Montag, 22. Januar, im Literarischen Zentrum zu Gast sein wird (19.30 Uhr, Phil I, Hörsaal A1). Zehrer, der mit Robert Gernhardt die Anthologie »Hell und Schnell« über komische Lyrik herausgegeben hat, wird aus seinem ersten Roman lesen und daran erinnern wie Sidis sich weigerte, seine überragende Intelligenz einer Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die von Ausbeutung, Profitsucht und Militärgewalt beherrscht wurde und sein Leben, mit aller Konsequenz, weitgehend nach eigenen Vorstellungen gestalten wollte.

 

Gehörlose Autorin

 

Nach der Max Goldt-Lesung am 19. Januar (siehe Zusatzinfo) als Auftakt des aktuellen LZG-Programms, das Programmleiterin Anna Lena Heid nun der Presse vorstellte, ist Zehrers Lesung der zweite Programmpunkt. In der Folge bestimmen Autorinnen das Angebot. So wird am 30. Januar, in der Reihe »Club der jungen Dichter« Lana Lux im Ulenspiegel (20 Uhr) aus ihrem Debütroman »Kukolka« lesen. Der gnadenlos realistische Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane der siebenjährigen Samira erinnert ein wenig an »Oliver Twist«, die Sprache sei »objektiv und knallhart ehrlich«, lobt Heid.

Ein Höhepunkt im LZG-Programm wird auch die Veranstaltung mit Corinne Parrat am 1. März um 19 Uhr im KiZ sein, die in »Meine Augen hören« über ihr Leben als Gehörlose berichtet. Und auch wenn das Cover Parrat nach ihrem Gewinn der Schweizer »Miss Handicap«-Wahl zeigt, habe das Buch »sehr viel mehr zu bieten, als die Erinnerungen einer Miss«, verspricht Heid. Es schildert Schwierigkeiten der Autorin bei der Arbeitsplatzsuche, erzählt von Diskriminierungen und Missständen im Alltag. Moderieren wird Daniel Schneider, Gebärdendolmetscherin Theresia Möbus wird übersetzen und der Abend wird deutlich machen, dass die Schrift- und Lautsprache für Gehörlose quasi wie eine Fremdsprache ist.

"Keinland" von Jana Hensel

Ebenfalls ihren Debütroman vorstellen wird Jana Hensel am 7. März um 19 Uhr im Alten Schloss. Sie erzählt von Nadja, einem »lebenslangen Zonenkind«, das eine ebenso leidenschaftliche wie traurige Liebesgeschichte mit dem Sohn von Holocaustüberlebenden erlebt. »Keinland« ist nach dem erfolgreichen Erinnerungsband »Zonenkinder« Hensels erster Roman.

Mit »Jahre später« legt Angelika Klüssendorf, nach »Das Mädchen« und »April«, den dritten Band ihrer Erfolgsreihe vor und liest daraus am 26. März um 19.30 Uhr im KiZ. Ohne Partei zu ergreifen oder seine Figuren zu denunzieren, entwickele der Roman die Anatomie einer toxischen Partnerschaft, heißt es im Klappentext.

Biographie über Catcher Roland Bock

Neben Lesung und Gespräch am 22. Februar um 19.30 Uhr in der Galerie23 mit den jungen Autorinnen Ricarda Junge und Maike Wetzel – beide Gewinnerinnen des jungen Literaturforums Hessen-Thüringen und des Robert-Gernhardt-Preises – gehört auch ein LZG-Gespräch mit Andreas Matlé zum aktuellen Programm. Er wird am 7. Februar (19 Uhr, KiZ) über die Arbeit an einer Biografie über Roland Bock berichten, einem wahrhaft illustren Zeitgenossen, der sein Glück als Ringer und Catcher versuchte, bei den Olympischen Spielen antrat, abenteuerliche Projekte als Unternehmer startete und in den Sand setzte, in Thailand und aktuell als 72-Jähriger wieder in seinem alten Stuttgarter Arbeiterviertel lebt und als Alleinunternehmer Schuhlöffel aus China importiert.

Das komplette LZG-Programm ist in den vielerorts in der Stadt ausliegenden Flyern sowie auf www.lz-giessen.de nachzulesen. Karten für die Veranstaltungen mit Max Goldt, Lana Lux, Jana Hensel und Angelika Klüssendorf gibt es in der Touristinforma- tion, für LZG-Mitglieder im LZG-Büro.

Es gibt noch Karten

Max Goldt liest

»Max Goldt liest« heißt es am Freitag, 19. Januar, um 20 Uhr, im Hermann-Levi-Saal des Rathauses. Und die gute Nachricht folgt sogleich: Es gibt tatsächlich noch Karten für 10, ermäßigt sieben Euro in der Tourist-Information, LZG-Mitglieder melden sich im LZG-Büro an. In einem zweistündigen Programm wird der ehemalige »Titanic«-Kolumnist, Musiker und laut Daniel Kehlmann »witzigste Schriftsteller deutscher Sprache« eine Auswahl seiner Texte präsentieren, darunter auch aus seinen aktuellen Bänden »Räusper« und »Lippen abwischen und lächeln«.

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