15. Juni 2012, 21:08 Uhr

Liebigschule verabschiedete 183 Abiturienten

Gießen (csk). Die Liebigschule muss künftig auf ihre »Piratenbande« verzichten. Das verkündete Schulleiter Dr. Carsten Scherließ am Donnerstagnachmittag.
15. Juni 2012, 21:08 Uhr
Schulleiter Carsten Scherließ (links) freute sich mit den 1,0-Abiturienten Annchristin Knoth, Philipp Risius, Hannah Woernle und Kirsten Stark (von links). (Foto: csk)

Sein Publikum war da allerdings längst über den Verlust informiert, schließlich sind die 183 »Piraten« allesamt Abiturienten, die in der Kongresshalle ihren Abschluss feierten. Trotz des Abimottos »Fluch der KaLiebig – 13 Jahre Rum« sei die Schulzeit nicht verflucht gewesen, resümierte Scherließ. »Ungewöhnlich ist dieser Jahrgang aber ganz bestimmt.«

Mit einem Durchschnitt von 2,22 liegen die 98 Abiturientinnen und 85 Abiturienten hauchdünn über den Ergebnissen der Vorjahre, berichtete Scherließ, der gleich zu Beginn mit einer Anekdote für Erheiterung sorgte. Am vergangenen Wochenende habe er einen gehörigen Schrecken bekommen, als morgens sein »heiß geliebter lilafarbener Grill« verschwunden sei; stattdessen habe sich nur noch eine Rumflasche vor der Haustür gefunden. Die Erklärung folgte umgehend: Die Abiturienten hatten in der Nacht von Freitag auf Samstag einige Lehrer zu Hause besucht, jeweils eine leere Flasche hinterlassen – und dafür vorübergehend ein Souvenir mitgenommen.

Ihre nächtliche Stippvisite diente als Auftakt zum letzten gemeinsamen »Raubzug«. Montag fand dieser in der »Lio« seinen Höhepunkt, als die Lehrer beim Abi-Scherz singen, tanzen oder sich verkleiden mussten, um ihr Hab und Gut auszulösen. Scherließ quittierte den Streich augenzwinkernd: »Ich wünsche Euch, dass ihr jetzt alle mit genau diesem rebellischen Mut in See stecht.« Greta Brodersen und Philip Maurer hielten die Rede für den Abitur-Jahrgang. Auf der Suche nach dem Schatz, dem Abitur, habe man viele Hürden überwinden müssen, bilanzierten sie. Besonderer Dank gebühre Scherließ und dem Leiter der Oberstufe, Dr. Arne Hogrefe. »Kapitän Verließ und Hogi the Hook hielten uns stets auf Kurs in Richtung Abitur.« Die Reise, die unter anderem zu erster Berufserfahrung auf die »Insel Praktiga«, zur Skifreizeit auf den »Eisberg Zauchensee« und ins Dickicht der Gießener »Monkeys Islands« geführt habe, sei nun passé. Frei nach Cicero schlossen die beiden: »Wir hoffen, die Erinnerung an unsere Freundschaft währt ewig.« Dr. Achim Schott, Lehrer des Chemie-Leistungskurses hatte indes Hermann Hesse als literarischen Paten seiner Rede gewählt. »Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne«, zitierte er Hesses Gedicht »Stufen«, das wie kaum ein anderes Suche und Umkehr thematisiere. Die Schüler müssten ihren Weg nun selbst finden und Irrwege in Kauf nehmen.

Dr. Christian Kester, der Vorsitzende des Elternbeirats, appellierte mit den Worten des Schriftstellers und Politikers Stéphane Hessel (»Engagiert Euch!«) an die Abiturienten, dabei die Bedeutung gesellschaftlichen Engagements nicht zu vergessen. Musikalisch begleiteten der Chor der Klassen fünf und sechs unter der Leitung von Hermann Wilhelmi sowie das Schulorchester, dirigiert von Dr. Jörg Abel, die Feierstunde. Mit Felix Leidinger (Klavier) und Johanna Korf (Sopran) waren auch zwei Mitglieder des Abiturjahrganges beteiligt.

Zahlreiche Preisträger

Die Traumnote 1,0 haben Annchristin Knoth, Philipp Risius, Kirsten Stark und Hannah Woerle erreicht. Weitere Auszeichnungen gingen an: Thorben Krauskopf und Lukas Magel (Durchschnittsnote 1,1), Pia Lynker (1,2), Felix Leidinger (1,3), Kamyar Mansoori und Felix Leidinger (besondere Leistungen in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern), Tim Weber und Annchristin Knoth (Preis des Deutschen Altphilologenverbandes), Svenja Wiesner, Kirsten Stark, Hanna Mirold-Stroh, Leonie Kester, Friederike Böhm und Lisa Bielow (alle Certi-Lingua-Zertifikate), Kevin Vitols, Jonas Wawra und Lukas Heidt (Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft), Lisa Wellnitz, Lukas Magel und Thorben Krauskopf (besondere Leistungen in Mathematik), Philipp Risius (Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker) sowie Jonas Weiser (Pierre de Coubertin-Preis für Sport). Vor der fröhlichen Feierstunde waren außerdem die »goldenen« Abiturienten des Jahrgangs 1962 in der Kongresshalle begrüßt worden. (Bericht folgt).

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