14. Mai 2017, 18:38 Uhr

»Agora«-Premiere am Freitag

Laiendarsteller und das Element Erde

14. Mai 2017, 18:38 Uhr
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Von Saskia Elisa Sophie Nagel
Einen Einblick bekommen Passanten am Samstag in der Fußgängerzone, wo sich die Karawane präsentiert. (Foto: sis)

»Die Klimakatastrophe ist doch eine Erfindung der Lügenpresse! Wieso soll ich mit Sparen anfangen und nicht die anderen?« Im aktuellen Theaterprojekt »Tierra de nadie – Niemandsland – Die Erde gehört allen« widmen sich Juana Sudario und Stefan Gad vom Gießener Theater »Agora« mit einer Gruppe von Laiendarstellern dem Element Erde. »Durch Körperarbeit entwickeln wir die Persönlichkeit«, erklärt Schauspieler und Theaterpädagoge Gad sein Vorgehen. Seit September 2016 wird – wie berichtet – wöchentlich in einer ungewöhnlichen Zusammensetzung geprobt. Alteingesessene Gießener, Flüchtlinge und Migranten, zeitweise 60 Menschen kamen für das Theaterprojekt zusammen, das u.a. durch die Anstoß-Stiftung und das Kulturamt der Stadt gefördert wird. Der Prozess der Annäherung stellte dabei eine spannende Herausforderung dar, wie Gad am Samstag erzählte.

»Collage mit Bewegungselement«

Etwa 25 Darsteller sind es heute noch, die »zu einer echten Gemeinschaft über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg« geworden seien. Am Freitagabend (19.30 Uhr) wird »Tierra de Nadie« Premiere im Konzertsaal des Rathauses feiern. Projektleiter Gad macht deutlich, dass es sich nicht um ein fertiges Stück handelt. Vielmehr spricht der Begründer des »Agora« Theaters von einer »Collage mit Bewegungselementen«. »Mir ist der Prozess wichtig, dass sich etwas entwickelt, was auch für den Zuschauer erkennbar sein soll.« Manche Flüchtlinge, die anfangs in das Projekt involviert waren, haben die Stadt gewechselt oder keine Zeit mehr gehabt. So begreift Gad die Gruppe als eine Karawane mit verschiedenen Wegstrecken auf einer Erkundungsreise. Während jener Reise wurde immer wieder unser Heimatplanet Erde aus verschiedenen Perspektiven in den Blick genommen. »Wir fragten uns, was uns Menschen umtreibt und wie sich die Erde selbst wohl mit ihren Bewohnern fühlen mag. Nur ein bewussterer Umgang mit sich selbst und unserer Umwelt kann uns helfen, friedlich und solidarisch mit Verantwortung auf dieser Erde zu überleben«, resümiert Gad. Die Teilnehmer stammen aus zehn verschiedenen Ländern: Italien, Türkei, Marokko, Tunesien, Syrien, Eritrea, Pakistan, Afghanistan, Deutschland und der Dominikanischen Republik.

Weitere Vorstellungen: Samstag (19.30 Uhr) Konzertsaal, Sonntag, 28. Mai, (12 Uhr) Traumstern Lich, Sonntag, 18. Juni, (19.30 Uhr) ZiBB.



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