18. Januar 2013, 19:43 Uhr

Kunstleitpfosten für Gartenschau ab 15. Februar zu haben

Gießen (csk). Blitzlichtgewitter, entzückte Zuschauer und ein Raunen, das durch den Saal geht: Die ersten Gießener Kunstleitpfosten sind da.
18. Januar 2013, 19:43 Uhr
Die ersten fünf Kunstleitpfosten für 2014 sind fertig, hier präsentiert von ihren jungen Gestaltern zusammen mit dem 2. Vorsitzenden des Fördervereins, Axel Pfeffer (stehend, r.), und Geschäftsführer Wolfgang Balser von der Jugendwerkstatt (auf der Bühne). (Foto: csk)

Gestaltet haben sie unter anderen Kinder der Anna-Freud-Schule Lich und Mitglieder der Jugendwerkstatt Gießen, die eines ihrer Werke mit Blumen, ein anderes mit Vogelhäuschen verzierten. Insgesamt fünf »Prototypen« sahen die Besucher einer Informationsveranstaltung am Donnerstagabend in der Kongresshalle – »genug, um Sie alle fürs Mitmachen zu begeistern«, meinte Michael Bassemir vom Büro Landesgartenschau, der erläuterte, wie die Aktion organisiert wird.

10 000 Stück, das ist die Zielmarke. Mindestens so viele Kunstleitpfosten erhoffen sich die Initiatoren für die Landesgartenschau 2014. Im Oktober wurde die Aktion vorgestellt, die gerade in Nagold (Landkreis Calw) bei der baden-württembergischen Landesgartenschau ein Erfolg war. Dorther stammt nicht nur die Idee, sondern auch ein Großteil des Konzepts. Etwa der, die Pfosten in zwei Stärken (acht und zehn Zentimeter Durchmesser) zu verteilen. Während die dickeren zum Schnitzen gut geeignet seien, brauche man die dünneren für Schul- und Kindergartenkinder, erläuterte Hermann Unsöld, der Leiter des Nagolder Projekts.

In Gießen sind die Pfosten, die pro Stück fünf Euro kosten, ab dem 15. Februar erhältlich – bezahlen müssen Interessenten sie nicht, denn die ersten 3000 Stück finanziert der Förderverein Landesgartenschau. Vor der kreativen Arbeit steht lediglich eine Anmeldung, das Formular gibt es ab sofort online unter www.gießen.de/kunstleitpfosten. Ob die bestellten Exemplare geliefert oder von den Künstlern selbst abgeholt werden, hängt von der Menge ab: Einzelne sind beim Geschirrverleih »Tellervision« (Bachweg 1/Ecke Lahnstraße, erhältlich. Wer mehr als 50 Pfosten bestellt, kann sie sich vom Gartenamt bringen lassen.

Schon im Oktober hatte Bürgermeisterin Gerda-Weigel Greilich appelliert, möglichst viele Gemeinden der Region sollten an dem Projekt teilnehmen. Diesen Wunsch wiederholte sie jetzt – und erläuterte, mit Heuchelheim, Wettenberg, Langgöns und Fronhausen existierten bereits Vereinbarungen. Zumindest in den Orten, die sich beteiligen, dürfte es bald auch Ausgabestellen geben. Die Frage einer Zuschauerin, ob Engpässe zu befürchten seien, beantwortete Weigel-Greilich mit einem Appell: »Wir sind optimistisch, dass viele Bürger an den Förderverein spenden.« Dann könne die Zahl der Pfosten schnell erhöht und das Vorhaben zum Selbstläufer werden.

Welcher Pfosten wo steht, legt die Stadt fest – Wunschstandorte zu nennen, ist nicht möglich. Dies habe organisatorische Gründe, erläuterte Bassemir, ebenso, dass jedes Kunstwerk qua Übergabe automatisch ins Eigentum der Stadt übergeht. In Nagold bekamen Teilnehmer zumindest die Garantie, ihre Pfosten in oder nahe dem eigenen Wohnort zu sehen; eine ähnliche Regelung ist auch für Gießen angedacht.

Feste Abgabetermine existieren nicht, sie werden individuell abgesprochen. »Gut wäre aber, wenn wir die Werke nicht lange lagern müssten«, so Bassemir. Öffentlich sind sie erst im Frühjahr 2014 zu bewundern. Dann würden sie »in einem Rutsch« aufgestellt, schrittweise sei das zu aufwändig, sagte Weigel-Greilich. Falls gewünscht und mit Namen versehen, bekommen die Künstler ihre Werke nach der Gartenschau zurück – es sei denn, ihr Exemplar soll noch länger an seinem Standort bleiben. Bassemir betonte, die Stadt gebe weder künstlerische Vorgaben noch ein übergreifendes Motto: »Jeder kann sein Holz nach Herzenslust gestalten.«

Läuft alles glatt, hoffen die Organisatoren, dass die Kunstleitpfosten im kommenden Jahr die ganze Region zieren, von Marburg bis hinein in den Wetteraukreis. Hermann Unsöld bescheinigte den Mittelhessen dafür s gute Chancen. Er erwartet »mindestens so viele Pfosten wie bei uns« – also 10 000. Die Region Gießen habe jedenfalls wesentlich mehr Einwohner als Nagold, pflichtete Bassemir bei, ehe er mit einem kämpferischen Motto schloss: »Es gibt viel zu tun, lassen sie es uns anpacken!«l



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