05. Juni 2018, 21:52 Uhr

Kunst zwischen Akten

05. Juni 2018, 21:52 Uhr
Hartmut Tappe vor dem Bild »Hexenleiter« von Julia Jansen. (Foto: dkl)

Gießen (dkl). Die Gießener Kanzlei Advotec beweist Kontinuität und Beharrlichkeit beim Sammeln von Kunst. Seit dem Jahr 2005 gibt es die ministeriell geförderte Initiative »Kunst privat!«, bei der hessische Unternehmen an einem Wochenende im Jahr ihre Kunstsammlung zeigen. Das, was normalerweise hinter verschlossenen Türen in den Fluren und Büros der Mitarbeiter hängt, wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 31 Betriebe in ganz Hessen beteiligen sich in diesem Jahr. Am Schwerpunkt Frankfurt hat sich nichts geändert, auch daran nicht, dass die mittel- und nordhessischen Regionen nur punktuell vertreten sind. Die Kanzlei Advotec hält sozusagen das Fähnchen für Gießen hoch auf dieser Landkarte.

Zum Konzept von »Kunst privat!« gehört auch, dass die Kuratoren oder Künstler eine Führung anbieten. Tappe hat alle Künstler kennengelernt, die in der Kanzlei bislang ausgestellt haben. Dazu gehört für ihn ganz wesentlich der Vorabbesuch in deren Ateliers. Er kann so manche Geschichte von der Kunst und den Kunstschaffenden erzählen. Die von ihm – in Kooperation mit Markus Lepper vom Neuen Kunstverein Gießen – initiierte kleine, aber feine Ausstellungsreihe »Kunst-Stücke« geht mittlerweile schon ins zwölfte Jahr.

Von der letztjährigen Duo-Ausstellung mit den in Gießen lebenden Künstlern Thomas Vinson und Andreas Walther sind die für die Advotec-Sammlung angekauften Werke prominent präsentiert. Bei den anderen hat Tappe die Karten neu gemischt und versucht andere Kombinationen, was immer ein gewisses Überraschungspotenzial birgt. Etwa das Diptychon »Hexenleiter« von Julia Jansen, das seit 2008 immer in einer bestimmten Raumecke hing und nun im zentralen Gang des Aktenschrankraumes die Blicke magisch auf sich zieht. Oder zwei Werke in zartem Blau, die nebeneinander gehängt von Farb- und Formvariationen erzählen: eine Ansicht mit Kugeln, die beständig von der Zwei- in die Dreidimensionalität kippen (Lionel Röhrscheid), und die akribischen Strichreihen von Ines Hock.

In diesem Jahr liegt die Auswahl eher auf den abstrahierenden Arbeiten in der Sammlung: die Weite der nordischen Landschaft in Fotografien von Nathalie Grenzhaeuser, die feingliedrigen Lineaturen von Lucie Beppler, die schwarzweißen Foto-vom-Foto-Arbeiten von Christine Feser, die ornamentalen Gemälde von Ekrem Yalcindag, die merkwürdigen Raumecken Tobias Buckel und die zarten Haiku-Zeichnungen von Klaus Schneider.

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